Wie können Eltern ihrem Kind den Start in die Schule erleichtern und es beim Lernen am besten unterstützen? Der VBE Hessen hat einige wichtige Ratschläge zusammengestellt.
Ausschlafen – das ist für viele Kinder das Schönste an den Ferien. Damit sie am ersten Schultag trotzdem rechtzeitig und ohne große Qualen aus dem Bett kommen, sollte der Schlafrhythmus in der letzten Ferienwoche Schritt für Schritt an die Schulzeiten angepasst werden. Am besten gelingt das, wenn Eltern und Kinder gemeinsam einen Plan festlegen, in dem für jeden Tag die Uhrzeiten eingetragen sind.
Auch die erlaubten Zeiten für Fernsehen, Spiel-Konsole oder Handy, die in den Ferien oft etwas großzügiger bemessen werden, sollten dann wieder reduziert werden.
Ein Schulkind sein heißt: selbständig werden! Auf dem gemeinsamen Schulweg entdecken Kinder ihre Umgebung, sie erzählen einander und verabreden sich. Das alles geht nicht, wenn sie jeden Tag von Mama, Papa oder den Großeltern zur Schule gebracht werden. Lieber sollten Eltern die Ferien nutzen, um mit ihrem Kind den Fußweg einzuüben und dabei zu besprechen, was an einer Ampel oder am Zebrastreifen zu beachten ist. Denkbar ist auch, dass die Eltern sich vom Kind zur Schule führen lassen.
„Auf das Elterntaxi zu verzichten, bedeutet auch, Rücksicht auf andere Kinder zu nehmen, denn das morgendliche Auto-Gedränge vor den Schulen führt häufig zu gefährlichen Situationen“, ergänzt der Landesvorsitzende des VBE Hessen, Stefan Wesselmann.
Seit dem Schuljahr 2025/26 gelten an hessischen Schulen sogenannte Smartphone-Schutzzonen. Damit ist die private Nutzung von Handys und Smartwatches im Schulgebäude und auf dem Schulgelände verboten. Die Geräte dürfen zwar mit in die Schule gebracht werden, müssen aber ausgeschaltet im Ranzen oder in der Tasche bleiben.
Eltern brauchen aus Sicht des VBE Hessen aber keine Sorgen haben: „Sollte es einem Kind nicht gut gehen oder sollte es sich verletzt haben, werden die Eltern in jedem Fall von der Schule benachrichtigt“, stellt Wesselmann klar. Dank des Konzepts der „verlässlichen Grundschule“ komme es auch nicht vor, dass Kinder früher als geplant und unangekündigt vor der Haustüre stehen.
„Handys gehören definitiv nicht zur Grundausstattung von Grundschulkindern, bilanziert der VBE-Landesvorsitzende – auch mit Blick auf die Tatsache, dass Kinder kaum vor gefährlichen und verstörenden Inhalten im Internet geschützt werden können und Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder nicht lückenlos kontrollieren können.
Besser ist es, nützliche Dinge wie Spitzer und Schere oder witzigen Kleinkram wie „Knautschis“ oder Stifte mit Tierköpfenin die Schultüte zu stecken. Auch Trinkflaschen und Brotdosen werden die Kinder gut gebrauchen können.
Von Anfang an sollten Eltern auf ein gesundes Pausenbrot achten, also zum Beispiel ein paar Karotten, Trauben oder Nüsse mit in die Brotbox packen. In die Trinkflasche: am besten Wasser. Kekse oder Gummibärchen kann man den Kindern hin und wieder natürlich gönnen, aber zuckerhaltige Getränke und süßes Gebäck sollten kein Standard sein!
Denn eine Cola zum Frühstück macht Kinder nicht nur zappelig, sie schadet auch der Gesundheit. „Die Zahl der Kinder mit Diabetes steigt seit Jahren, auch Übergewicht und Karies sind nach wie vor Probleme“, erläutert Stefan Wesselmann.
Eltern sollten ihr Kind nicht unter Druck setzen oder ihm gar Vorwürfe machen, sondern es ermutigen und anspornen – gerade, wenn es mal Probleme beim Lernen gibt. „Nur so können die Kinder Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten entwickeln“, sagt der VBE-Landesvorsitzende.
Eine wichtige Unterstützung für das Lernen ist es außerdem, wenn Eltern feste Regeln bzw. feste Zeiten für Fernseher, Spiel-Konsole & Co. bestimmen – auch wenn die Kinder vermutlich protestieren. Doch bekanntlich sind die Folgen von übermäßigem Medienkonsum enorm: angefangen bei der Konzentrationsfähigkeit über das Schlafverhalten bis hin zu körperlicher Fitness. „Unser Appell an die Eltern ist deshalb: Verein statt Bildschirm, Spielplatz statt Feed, gemeinsam in die Bücherei statt allein vorm Handy – gemeinschaftliche Aktivitäten sind Erfahrungen, die Kinder wirklich stärken, körperlich, geistig und sozial“, fasst Stefan Wesselmann zusammen.
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