Zum Schulstart in Hessen: Tipps für einen sicheren Schulweg

Zum Schulstart werben das Deutsche Kinderhilfswerk, der ökologische Verkehrsclub VCD und der VBE wieder dafür, zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller in Schule zu gehen - nur möglichst nicht per "Elterntaxi".

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen zu einem aktiven Start ins neue Schuljahr auf. Ob zu Fuß, mit dem Roller oder per Fahrrad: Ein aktiver Start in den Tag fördert die körperliche und geistige Entwicklung und sorgt dafür, dass die Schüler/innen im Unterricht entspannter sind und sich besser konzentrieren können. Für die Jüngeren ist der selbstständige Weg in die Schule zudem wichtig, weil sie dabei lernen, sich sicher und im Einklang mit den Verkehrsregeln im Straßenverkehr zu bewegen.

Und auch für das Sozialverhalten ist es förderlich, wenn Kinder und Jugend-liche gemeinsam zur Schule gehen: „Sie lernen, Verabredungen einzuhalten und auf andere – zum Beispiel Jüngere in der Gruppe - aufzupassen. Sie schließen Freundschaften und können diese pflegen. Es passiert also eine Menge ganz nebenbei auf dem Schulweg“, erläutert Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des VBE Hessen und Leiter einer großen Grundschule im Landkreis Offenbach.

Damit der Weg in die Schule sicher ist, sind alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gefragt. Deshalb richten sich die Tipps von VBE, DKHW und VCD an unterschiedliche Zielgruppen:

  1. An alle: Rücksicht nehmen

Viele Kinder sind noch unerfahren im Straßenverkehr, andere müssen die Regeln nach den langen Ferien erst wieder erinnern. Daher sollten alle besonders aufmerksam und vorsichtig fahren. Im Umfeld von Schulen und Kitas gilt meist Tempo 30. Halteverbote sollten ernst genommen werden – auch von jenen, die Kinder zur Schule bringen!

  1. An die Eltern: Mit den Kindern den Schulweg einüben

Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern einen Schulweg festlegen und dann einüben. Der Fußweg muss nicht der kürzeste Weg sein, sondern er sollte schwierige Straßenabschnitte und Kreuzungen umgehen. Eltern und Kinder sollten den ausgewählten Schulweg mehrmals zusammen ablaufen. Das Kind übernimmt dabei zunehmend die Führung. Später kann das Kind in einer größeren Gruppe von Kindern und begleitet von einer Vertrauensperson den Weg gehen – bis die Kinder ihn selbständig und allein zurücklegen können.

  1. An die Kinder: Laufgemeinschaften bilden

Für den Weg zur Schule können die Familien „Laufbusse“ organisieren. Das bedeutet: Mehrere Punkte im Ort – also zum Beispiel ein bestimmtes Haus, ein Briefkasten an der Straßenecke oder ein Kiosk – werden als „Haltestellen“ vereinbart. Dort warten die Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit auf die anderen und gehen gemeinsam in die Schule.

4. An alle, die in dünn besiedelten Gegenden leben: Fahrgemeinschaften bilden

Wo lange Wege oder fehlende Busse das „Elterntaxi“ notwendig machen, sind Fahrgemeinschaften naheliegend – die sorgen für weniger Abgase und weniger Chaos vor den Schulen. Gut ist es, wenn Eltern die Kinder ein paar hundert Meter entfernt von der Schule aus dem Auto lassen – so können die Kinder immerhin den letzten Abschnitt gemeinsam, aber eigenständig zu Fuß gehen.

  1. An die Lehrkräfte: Mobilität thematisieren

Welche Last tragen die Füße? Was hält den Rücken gesund? Wie lange dauert der morgendliche Gang in die Schule? Wie lang ist der Bremsweg eines Autos? Fragen rund um den Schulweg lassen sich spielerisch in den Unterricht oder in Projektarbeit integrieren.

 

Pressekontakt:

Anne Roewer, Leiterin Kommunikation VBE • Telefon 0160/92122308 • presse@vbe.de • www.vbe.de

Uwe Kamp, DKHW-Pressesprecher • Telefon 030/308693-11 • presse@dkhw.de • www.dkhw.de

Jan Langehein, VCD-Pressesprecher • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.org • www.vcd.org

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

Das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

 

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion. Unter dem Dach des dbb vertritt der VBE gleichermaßen die Interessen der verbeamteten und tariflich beschäftigten Mitglieder.