Zur forsa-Studie: Lehrkräfte-Mangel verschärft auch in Hessen die Belastung für Schulleitungen

Zur forsa-Studie: Lehrkräfte-Mangel verschärft auch in Hessen die Belastung für Schulleitungen

(22.03.2019) Der Lehrkräfte-Mangel und der Einsatz von Seiteneinsteigern ohne pädagogische Qualifikationen sorgen an Schulen für Unzufriedenheit. Das ergibt die vom VBE Bundesverband in Auftrag gegebene forsa-Umfrage zur Berufszufriedenheit von Schulleitungen, die heute in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen teilt diese Erfahrung, wie der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann am Rande des Deutschen Schulleiterkongresses sagt: „Die qualifizierten und erfahrenen Lehrkräfte sind zwangsläufig in der Rolle von Mentoren für die neuen Kolleginnen und Kollegen, was eine zusätzliche Belastung bedeutet.“
Auch mit Blick auf die Schülerschaft sieht Wesselmann den Einsatz von nicht-qualifiziertem Personal äußerst kritisch: „Sie vergeben Noten, die auch entscheidend für eine Versetzung sein können – das halten wir für verantwortungslos!“
Verbindliche und grundlegende Weiterbildung für Seiteneinsteiger/innen sei daher geboten – noch vor deren Einsatz an den Schulen. Die über 5000 Personen in befristeten Verträgen, die bereits an den Schulen sind, müssten zudem dringend nach-qualifiziert werden. Dies sei das Kultusministerium auch den Lehrenden selbst schuldig, die sonst womöglich an den für sie neuen Herausforderungen des Schulalltags scheitern.

Kleinere Schulen, geringere Unterstützung
An anderer Stelle erkennt der VBE Hessen durchaus das Bemühen der Landesregierung, für Entlastung der Schulleitungen und Lehrkräfte zu sorgen. So hat das Hessische Kultusministerium mit dem Einsatz von UBUS-Kräften auf eine langjährige VBE-Forderung nach Stärkung der multiprofessionellen Teams an Schulen reagiert. „Allerdings ist das nur ein Anfang, die Ressourcen für die Sozialpädagogen/innen reichen nach wie vor nicht für eine flächendeckende Unterstützung aus“, stellt Wesselmann klar.
Auch die Absicht, Verwaltungskräfte an die Schulen zu schicken, begrüßt der VBE Hessen: „Das lässt hoffen, dass Schulleitungen und Lehrkräfte sich wieder stärker um pädagogische Aufgaben kümmern können und weniger um Bürokratie kümmern müssen.“
Gleichzeitig mahnt der Landesvorsitzende an, bei beiden Vorhaben die besondere Situation kleinerer Schulen im Blick zu haben. Auch dort fallen – unabhängig von der Schülerzahl – Aufgaben wie Schulentwicklung, das Verfassen von Konzepten, die Umsetzung der Inklusion und die immer stärker rechtlich reglementierte Organisation des Schulalltags an. „Wenn aber solche Schulen aufgrund geringerer Schülerzahlen nur eine stunden- oder tagesweise Unterstützung durch UBUS- und Verwaltungskräfte zugewiesen bekommen, ist das ein Tropfen auf dem heißen Stein!“

In der VBE-Resolution „Bildung braucht Zeit“ werden die Belastungen (u.a. durch Bürokratie und die Betreuung von Seiteneinsteiger/innen) ausführlich beschrieben und Forderungen an die Politik formuliert – mit dem Ziel, den Schulen wieder mehr Raum für Bildung im ganzheitlichen Sinne zu geben. Sie finden diese Resolution hier: https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/positionen/artikel/resolution-bildung-braucht-zeit/

Der VBE Bundesverband hat die forsa-Umfrage zur Berufszufriedenheit von Schulleitungen heute morgen in Berlin vorgestellt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: www.vbe.de

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