VBE Hessen ruft zur Wahl auf und  fordert engagierte Politik gegen Lehrermangel

VBE Hessen ruft zur Wahl auf und fordert engagierte Politik gegen Lehrermangel

Der VBE Hessen ruft die Bürgerinnen und Bürger in Hessen dazu auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen. „Wählen ist Recht und Pflicht zugleich – besonders in einer Zeit, in der zunehmend Parteien die Prinzipien unserer Demokratie infrage stellen oder politische Bewegungen diese Demokratie unterwandern“, erinnert Stefan Wesselmann, der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen.

Wahlempfehlungen gibt der VBE Hessen grundsätzlich nicht ab, da parteipolitische Neutralität zum Selbstverständnis der Gewerkschaft gehört. Aber: „Wir müssen unsere Demokratie gegen undemokratische Kräfte sehr wachsam verteidigen und das tun wir auch durch Beteiligung an der Wahl“, sagt Wesselmann und weist ferner darauf hin, dass sich die Zahl der demokratischen Staaten auf der Welt seit 1989 zwar fast verdoppelt hat, aber trotzdem nur gut die Hälfte der Staaten ausmacht. „Die Demokratie ist aus unserer Sicht unantastbar. Aber auch wir sollten diese Staatsform nicht einfach als gegeben hinnehmen!“

Erwartungen des VBE Hessen an die Bildungspolitik
Den kandidierenden Parteien gibt der VBE Hessen einen klaren Auftrag für die Bildungspolitik mit: „Egal, wer die Wahl gewinnt: Oberste Priorität muss haben, die Attraktivität des Lehrerberufs zu steigern. Das ist der Dreh- und Angelpunkt im Kampf gegen den Lehrermangel““, stellt der VBE-Landes-vorsitzende Wesselmann heraus.
Derzeit sind die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte alles andere als attraktiv: So ist eine Zunahme außerunterrichtlicher Aufgaben zu beobachten, u.a. das Verfassen von Konzepten, Dokumentationspflichten sowie Absprachen und Runde Tische, die durch ständig wachsende Erziehungsaufgaben und den inklusiven Unterricht notwendig werden. An der Zeit für Bildung fehlt es zunehmend. Der VBE Hessen fordert hier Entlastung, Entbürokratisierung und mit Blick auf die Grundschulen eine Gleichbehandlung der Lehrämter: „Für alle Lehrämter muss es die gleiche Eingangsbesoldung und die gleichen Beförderungsmöglichkeiten geben.“

Eine Belastung bedeutet häufig auch, was eigentlich als Entlastung gedacht ist: Vertretungskräfte sowie Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf, die mit geringen oder ohne pädagogische und didaktische Vorkenntnisse an die Schulen kommen. Die erfahrenen Lehrkräfte übernehmen hier zwangsläufig die Rolle von Mentoren. Der VBE Hessen drängt daher darauf, möglichst rasch grundlegende und verbindliche Qualifizierungsangebote zu schaffen. „Hier sind das Hessische Kultusministerium und die Lehrkräfteakademie in der Pflicht“, erinnert Wesselmann.

Auch beim Thema Gewalt gegen Lehrkräfte und andere in der Schule beschäftigte Personen wird der VBE Hessen am Ball bleiben: „Aus der Politik kamen zwar schon viele Bekenntnisse, aber es müssen Taten folgen“, fordert der VBE-Landesvorsitzende. Echte Rückendeckung durch den Dienstherrn würde aus VBE-Sicht u.a. bedeuten, dass die Staatlichen Schulämter Fälle von verbaler, psychischer und physischer Gewalt verlässlich dokumentieren und verfolgen und dass die Betroffenen unbürokratisch und schnell psycholo-gische Unterstützung erhalten können.

Mehr zu den Themen, für die sich der VBE Hessen einsetzt, finden Sie in der Rubrik „Aktuelles“ auf unserer Homepage oder in unserer Zeitschrift „Lehrer und Schule“, die auf www.vbe-hessen.de zum Download bereit steht.

Arbeitsbedingungen:
https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/pressemitteilungen/artikel/die-selbstbeweihraucherung-des-kultusministers-hil/

Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf:
https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/aktuelle-news/artikel/vbe-drangt-auf-weiterbildung-fur-seiteneinsteiger-/
https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/pressemitteilungen/artikel/lehrermangel-tausende-vertretungskrafte-ohne-padag/

Gewalt gegen Lehrkräfte:
https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/aktuelle-news/artikel/betroffene-sollten-gewalt-nicht-verschweigen/

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