Tarifrunde 2017: Für faire Bezahlung und ein Ende der Kurzzeitverträge für angestellte Lehrkräfte

Tarifrunde 2017: Für faire Bezahlung und ein Ende der Kurzzeitverträge für angestellte Lehrkräfte

Tarifverhandlungen in Dietzenbach am 2. und 3. März +++ VBE Hessen ruft zu Demo und Kundgebung am 1. März auf +++ Gleichbehandlung der angestellten Lehrerinnen und Lehrer ist zentrales Anliegen +++ Tausende Lehrkräfte arbeiten nur mit Verträgen an Schulen +++

Mit Blick auf die anstehenden Tarifverhandlungen in Hessen am 2. und 3. März in Dietzenbach unterstreicht der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen seine Forderungen für die angestellten Lehrerinnen und Lehrer. Bei den Tarifverhandlungen der Länder Mitte Februar konnten für diese Gruppe ein wichtiger Erfolg erzielt werden: Die Erfahrungsstufe 6 wird eingeführt, außerdem werden die Gehälter künftig linear erhöht.

Die Forderungen des VBE für Hessen
Da Hessen nicht Mitglied in der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ist, gilt der dort ausgehandelte Tarifvertrag nicht automatisch für Hessen. Deshalb geht es nun darum, für die Übertragung der Ergebnisse auf Hessen und auf den Beamtenbereich zu kämpfen. „Gutes Geld für gute Arbeit – das muss gleichermaßen für angestellte als auch für verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer gelten“, stellt Anke Schneider, stellvertretende Landesvorsitzende des VBE Hessen und Mitglied der Tarifkommission des dbb Hessen, klar.

Dies sind die Forderungen des VBE Hessen für die Tarifrunde 2017:

- Die Einführung der Erfahrungsstufe 6 ab der Entgeltgruppe 9 ist dem VBE Hessen ein zentrales Anliegen, weil so endlich auch die Erfahrung, das Wissen und die Leistung von langjährig Beschäftigten anerkannt werden.
Bislang gab es die Erfahrungsstufe 6 nur in niedrigeren Entgeltgruppen.

- Lineare Erhöhung, also Lohnerhöhungen nach einem festgelegten Prozentsatz und nicht als Festbetrag

- Der VBE Hessen bleibt bei der Forderung einer 6-prozentigen Lohnerhöhung
(die bei den Tarifverhandlungen der Länder nicht durchgesetzt werden konnte).

- Außerdem wird die Abschaffung der Kurzzeitverträge zugunsten langfristiger Verträge bzw. Planstellen bei den Gesprächen am 2./3. März eine Rolle spielen.

Mehrere Tausend angestellte Lehrkräfte in Hessen
Von den 61 000 Beschäftigten an hessischen Schulen sind etwa 53 000 Beamte, rund 8000 sind Angestellte. Hier wiederum machen die Lehrerinnen und Lehrer die Mehrzahl aus, aber auch Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Fachleute aus der Wirtschaft, die z.B. an beruflichen Schulen Fachunterricht erteilen, zählen dazu.

Nach Nullrunde und 1-Prozent-Runde: Mehr Geld auch für Beamte!
Der VBE Hessen behält aber auch die Anliegen der verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer im Blick: Diese wurden in den vergangenen Jahren durch eine Nullrunde in 2015 und eine gerade mal 1-prozentige Lohnerhöhung in 2016 von der allgemeinen Entwicklung der Löhne und Gehälter abgehängt. „Es ist daher nur recht und billig, die ausgehandelten Verbesserungen für die angestellten Lehrkräfte auf die Kolleginnen und Kollegen mit Beamtenstatus zu übertragen,“ mahnt der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann an.

VBE Hessen demonstriert am 1. März in Wiesbaden
Um die o.g. Ziele durchzusetzen, ruft der VBE Hessen zur Teilnahme an einer Demonstration mit anschließender Kundgebung vor dem Sitz der Landesregierung auf. Treffpunkt ist am 1. März um 10.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Wiesbaden; gegen 11.15 Uhr ziehen die Demonstranten in Richtung Staatskanzlei. Um ca. 12 Uhr beginnt die Kundgebung auf dem Kochbrunnenplatz.

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