"Schulweg üben statt Elterntaxi nehmen!"

"Schulweg üben statt Elterntaxi nehmen!"

VBE Hessen rät Eltern, Selbständigkeit ihres Kindes zu unterstützen +++ Gemeinsamer Schulweg wichtig für Freundschaften +++ Auto-Gedränge vor der Schule bringt Gefahren für alle Kinder +++ Abschied am Schultor auch für Sicherheit auf dem Schulgelände wichtig +++

Am 29. August 2016 beginnt das neue Schuljahr. Vor allem für Erstklässler und ihre Eltern ist das ein aufregender Tag. Ein Schulkind zu sein, bedeutet auch, wieder ein Stück selbständiger zu werden. „Eltern sollten ihre Töchter und Söhne dabei unbedingt unterstützen“, sagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, Stefan Wesselmann.

Ein wichtiger Punkt ist dabei der Schulweg: Noch vor der Einschulung sollten Eltern mit ihrem Kind den Schulweg einüben und erklären, was zum Beispiel an Zebrastreifen und Ampeln beachtet werden muss. Eine Möglichkeit ist auch, die Rollen zu tauschen: Dann lassen sich die Eltern vom Kind zur Schule führen.

Es ist sinnvoll, das Kind in den ersten Tagen zur Schule zu begleiten und so zu prüfen, ob es den empfohlenen Weg nimmt und im Straßenverkehr aufmerksam ist. Nach einiger Zeit sollten die Eltern ihr Kind aber alleine gehen lassen. So lernen Kinder nicht nur, Verantwortung zu übernehmen. „Auf dem Schulweg werden Freundschaften geschlossen, die Kinder erzählen sich viel und entdecken die Umgebung ganz anders, als wenn ein Erwachsener dabei ist“, sagt Wesselmann. Deshalb rät der VBE Hessen Eltern auch davon ab, das Kind mit dem Auto zur Schule bringen.

Das „Elterntaxi“ lehnt der VBE Hessen aus einem weiteren Grund ab: „Das morgendliche Auto-Gedränge vor vielen Schulen bringt die Kinder in Gefahr – das eigene und die anderen“, sagt Wesselmann. Denn häufig halten Autos im Halteverbot, das Kind muss dann rasch aussteigen – und anderen ist die Sicht versperrt, wenn sie zum Beispiel die Straße überqueren wollen.“

Spätestens am Schultor sollten Eltern sich von ihrem Kind verabschieden. Manchen Eltern fällt dieses Loslassen schwer – auch weil sie das eigene Kind erst sicher aufgehoben wissen, wenn sie es bis in das Klassenzimmer begleitet haben. „Diese Sorge ist unbegründet“ stellt Wesselmann klar: „Denn die Kinder werden auf dem Schulgelände und im Schulgebäude beaufsichtigt.“

Es gibt ein weiteres wichtiges Argument, warum Schulen die Eltern bitten, ihr Kind nur bis zum Schultor zu bringen: „Die Lehrerinnen und Lehrer kennen nicht alle Eltern. Wenn klar ist, dass Eltern nur in Ausnahmefällen den Schulhof betreten, lassen sich leichter erwachsene Personen erkennen, die sich womöglich unberechtigt auf dem Schulgelände aufhalten.“

So können Eltern und Schulen zum Wohle ihres Kindes zusammen wirken –über den ersten Schultag hinaus ist das auch im Schulalltag hilfreich und wichtig.

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