„Ohne Sicherheitsphase riskieren wir wieder Quarantäne und Distanzunterricht.“

„Ohne Sicherheitsphase riskieren wir wieder Quarantäne und Distanzunterricht.“

(12.07.2021) Sinkende Inzidenzen, steigende Impfquote und die Ferien in Reichweite: All das verspricht einen unbeschwerten Sommer. Andererseits ist festzuhalten: Die wenigsten Kinder und Jugendlichen zählen zu den Geimpften; in vielen Urlaubsländern ist die Delta-Variante stark verbreitet und selbst Geimpfte sind nicht gänzlich vor Ansteckung geschützt.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen fordert daher für nach den Sommerferien eine zweiwöchige „Sicherheitsphase“ an den Schulen. „Wir müssen gut vorbereitet in das neue Schuljahr gehen, sonst riskieren wir erneut Distanzunterricht und Quarantäne“, warnt der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann und erinnert an den vergangenen Herbst: Die Sehnsucht nach Normalität war groß und die Politik entschied sich für die Rückkehr zum Präsenzunterricht bei Einhaltung der AHA-Regeln.

Gewagt: die Rückkehr zum Normalbetrieb
Der VBE Hessen hatte dieses Vorgehen damals als sehr gewagt kritisiert und fürchtet nun: „Die Reiserückkehrer könnten erneut zum Problem werden – mit dem Ergebnis, dass immer wieder einzelne Kinder oder ganze Klassen präventiv oder wegen eines Infektionsherds in Quarantäne gehen müssen“, stellt Wesselmann klar.

Um das zu vermeiden und den Präsenzunterricht für alle Schüler/innen aufrecht erhalten zu können, sollten während der „Sicherheitsphase“ verpflichtend Masken getragen werden und an mindestens zwei Tests pro Woche festgehalten werden.

Geld ist da – Zögerlichkeit auch
Außerdem erinnert der VBE Hessen die Schulträger daran, dass der Einsatz von mobilen Luftfiltern bzw. der Einbau von Luftreinigungssystemen ein wesentliches Element des Gesundheitsschutzes an den Schulen sein kann. Bekanntlich hat das Land für Luftreiniger und andere Hygienemaßnahmen wie die Sanierung von Toiletten insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Allerdings haben die Kommunen von diesem Geld erst 60 Millionen abgerufen haben.

Dass manche Schulträger den Schulen außerdem die Anschaffung von Luftreinigern untersagen oder die Wartung verweigern, stößt beim VBE Hessen auf Kritik: „Die Schulträger stellen sich aus durchsichtigen Gründen quer. Denn eine fachgerechte Wartung ist aufwändig und die Schulträger wollen diese Kosten nicht tragen“, berichtet Wesselmann.

Der VBE Hessen appelliert daher an die Landes- und Kommunalpolitik, noch vor den Sommerferien die Weichen für das neue Schuljahr zu stellen, um nicht am Ende wieder nur zu reagieren. „Aktionismus hatten wir mehr als genug – die Schulen brauchen rechtzeitige und durchdachte Vorbereitung“, so der VBE-Landesvorsitzende. „Und solange Kinder und Jugendliche noch nicht geimpft sind, wäre eine Sicherheitsphase ein einfacher und zugleich hilfreicher Schritt.“

Artikel als PDF downloadenDrucken