"Ohne A13 wird Hessen im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs verlieren!"

"Ohne A13 wird Hessen im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs verlieren!"

Mitglieder des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen gehen am kommenden Mittwoch, den 13.11.2019, in verschiedenen Städten für eine gerechte Bezahlung von Grundschul-Lehrkräften auf die Straße. Proteste sind u.a. vor dem Staatlichen Schulamt Offenbach geplant.

Anlässlich dieses Aktionstags stellt der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann klar: „Wenn Hessen im Wettbewerb um den Lehrernachwuchs nicht den Kürzeren ziehen möchte, muss die Landesregierung A13 zum Berufseinstieg für alle Lehrkräfte endlich einführen!“

VBE sieht Landesregierung unter Handlungsdruck
Wesselmann kritisiert, dass die Landesregierung offenbar an der im Koalitionsvertrag schwammig formulierten Absicht festhält, für ein „abgestimmtes und einheitliches Vorgehen“ das „Gespräch mit den Nachbarbundesländern“ zu suchen. „Im vergangenen Jahr hat sich in Sachen A13 so viel bewegt, dass ein Verharren auf dem alten Stand einer Realitätsverweigerung gleichkäme“, so Wesselmann.

Denn Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein haben sich bereits für A13 entschieden, in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wird darüber verhandelt und der bayerische Kultusminister hat sich jüngst positiv zu A13 für Grundschul-Lehrkräfte geäußert. „Die Zeit für Gespräche ist also vorbei – die hessische Landesregierung muss handeln“, fordert Wesselmann.

Nicht gleichartig, aber gleichwertig
Der VBE begründet seine Forderung nach einer gerechten Besoldung für Grundschul-Lehrkräfte sowie Aufstiegsmöglichkeiten für alle Lehrämter damit, dass die Arbeit von Lehrkräften in allen Schulstufen und -formen gleichwertig sei. Trotzdem werden Grundschul-Lehrkräfte nach der Besoldungsstufe A12 bezahlt. Damit verdienen sie deutlich schlechter als alle anderen Lehrkräfte – der Unterschied liegt beim Einstiegsgehalt derzeit bei über 550 Euro.

Argumente für unterschiedliche Besoldung nicht mehr tragfähig
Das so genannte Gusy-Gutachten stützt die Auffassung des VBE. Demnach
sind die gängigen Argumente für eine unterschiedliche Bezahlung – nämlich eine unterschiedliche Ausbildung der Lehrkräfte sowie unterschiedliche Anforderungen im Schulalltag – nicht mehr tragfähig.

Denn Tatsache ist: In allen Studiengängen für das Lehramt steht am Ende das Staatsexamen. Auch das Argument, von Gymnasiallehrerinnen und -lehrern würden vor allem wissenschaftliche Fähigkeiten abverlangt – also auch Fachkenntnisse auf einem höheren Niveau – lässt das Gusy-Gutachten nicht mehr gelten.

Stattdessen seien alle Lehrerinnen und Lehrer heute gleichermaßen stark pädagogisch gefordert: Die Vermittlung sozialer Schlüsselkompetenzen, Medienbildung, die Integration von Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien sowie der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung sei heute überall Alltag.

Das Gusy-Gutachten „Gleiche Lehrerbesoldung als Verfassungsauftrag“ finden Sie hier: https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/material/

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