„Es war höchste Zeit für die Anerkennung der Arbeit an den Grundschulen!“

„Es war höchste Zeit für die Anerkennung der Arbeit an den Grundschulen!“

Hessisches Kultusministerium kündigt Unterstützung und Entlastung von Grundschulen an +++ Wichtige Forderungen des VBE erfüllt: Bessere Besoldung von Konrektoren, Konrektoren auch an kleinen Schulen +++ Gleiche Besoldung für alle Lehrerinnen und Lehrer zum Berufseinstieg bleibt großes Ziel +++

„Mit diesem Paket würdigt das Kultusministerium endlich die Arbeit der Grundschulen. Es war höchste Zeit!“, kommentiert Stefan Wesselmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, die Pläne von Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz.
Der VBE Hessen kritisiert seit langem, dass die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen zu gering geschätzt wird, obwohl dort die Grundlagen für das Lernen an der weiterführenden Schule und lebenslanges Lernen gelegt werden und gleichzeitig die Lehrkräfte immer stärker Erziehungsaufgaben übernehmen, die in vielen Elternhäusern vernachlässigt werden. „Aber mit der Politik ist es wie in der Schule: Manches muss sehr oft wiederholt werden, bis es verstanden wird“, so Wesselmann.

VBE verbucht höhere Besoldung von Konrektoren als Erfolg
Die nun vorgesehene höhere Besoldung von Konrektorinnen und Konrektoren an Grundschulen sowie die Schaffung von Konrektoren-Stellen an kleinen Grundschulen (mit 80 bis 180 Schülerinnen und Schülern) war dem VBE Hessen bei seinem Engagement für die Aufwertung der Grundschulen immer ein zentrales Anliegen. „Die Schulleiterin an einer kleinen Grundschule muss jetzt nicht mehr rund um die Uhr und auch in den Ferien für alle persönlichen und dienstlichen Belange zur Verfügung stehen – das bedeutet eine enorme Entlastung und Stärkung der Grundschulen“, so Wesselmann.

Leitungs- und Schuldeputat nach wie vor zu klein
Allerdings ist es nur ein Anfang: Wichtig sei ferner, auch das Leitungsdeputat an allen Grundschulen anzuheben, über das eine Schulleiterin bzw. ein Schulleiter z.B. Mitgliedern des Kollegiums bestimmte Auftragen übertragen kann. Auch das Schuldeputat sei an Grundschulen viel zu klein, so dass bestimmte Aufgaben wie die Verwaltung und Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln „nebenher“ erledigt werden müssen, während es an anderen Schulformen dafür Entlastungsstunden (aus dem Schuldeputat) oder gar Beförderungsstellen gebe.

Voraussetzung für diesen nächsten Schritt sei natürlich, dass überhaupt das notwendige Personal an den Schulen vorhanden ist bzw. dass die freien Stellen besetzt werden können. Der VBE erkennt hier durchaus die Bemühungen des Kultusministeriums an, das in den vergangenen beiden Jahren zahlreiche zusätzliche Stellen geschaffen hat und sich für eine Ausweitung der Studienplätze für das Lehramt stark macht.

Lob für neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte
Positiv beurteilt der VBE Hessen die Verdopplung der Mittel für Fortbildung und Beratung von Schulleiterinnen bzw. Schulleitern zur Steuerung von Schulentwicklung, außerdem die Aussicht auf 400 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an den Grundschulen. „Mit dieser Zusage erfüllt die Landesregierung eine weitere, alte Forderung des VBE Hessen“, sagt Wesselmann. „Nun kommt es allerdings darauf an, dass die Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte bedarfsgerecht verteilt werden. Und wir hoffen sehr, dass die Stellen dann auch tatsächlich besetzt werden!“

Gleiche Besoldung zum Berufseinstieg bleibt Ziel
Langfristig ist aus Sicht des VBE Hessen die Aufwertung des Grundschullehramts der einzige Weg, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Arbeitsbedingungen und weniger Pflichtstunden spielen dabei eine wichtige Rolle, aber auch eine gleiche Besoldung aller Lehrämter zum Berufseinstieg sowie Möglichkeiten zur Beförderung für alle. „Die Politik muss der Ungleichbehandlung der verschiedenen Lehrämter endlich ein Ende setzen“, fordert Wesselmann. Die Aufwertung sei nicht nur im persönlichen Interesse der Lehrerinnen und Lehrer, sondern der gesamten Gesellschaft: „Wenn Grundschulen nicht ständig nur den Mangel verwalten müssen, verbessert das die Arbeitsbedingungen – und damit natürlich auch die Lernbedingungen und die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler.“

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