„Es ist höchste Zeit, das Kirchturm-Denken in der Bildungspolitik aufzugeben!“

„Es ist höchste Zeit, das Kirchturm-Denken in der Bildungspolitik aufzugeben!“

(21.09.2021) Noch fünf Tage sind es bis zur Bundestagswahl. Es wird keine leichte Wahl, umso mehr, wenn für Wähler/innen die bildungspolitischen Ideen und Vorhaben der Parteien mitentscheidend dafür sind, wem sie ihre Stimme geben.

Bildungspolitik ist Ländersache, entsprechend vage bleiben die Versprechen der Parteien im Ringen um die Bundestagsmandate. Was der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen allerdings von allen Parteien erwartet: den Willen und die Bereitschaft, so viel Geld und Personal in unser Bildungssystem zu stecken, wie nötig ist. Also: wie die Folgen der Pandemie, die Digitalisierung, die Inklusion und der Ganztag es nötig machen.

Mehr Geld für Digitalisierung, Inklusion und Ganztag
„Die Länder können all das nicht allein stemmen. Deshalb müssen Bund, Länder und Kommunen gemeinsame Anstrengungen unternehmen. Es ist höchste Zeit, dass alle Beteiligten ihr Kirchturm-Denken aufgeben!“, fordert der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann.

Bildungspolitik ist Ländersache, und dafür gibt es aus Sicht des VBE Hessen durchaus gute Gründe. Allerdings haben sich die Nachteile auch während der Pandemie wieder deutlich gezeigt: unkoordiniertes Vorgehen, widersprüchliche Regelungen und in der Folge viel Verwirrung und Unmut bei den Betroffenen an den Schulen.
Daher fordert VBE Hessen, das Kooperationsverbot in ein Kooperationsgebot zu verwandeln. Einige Parteien unterstützen diese Forderung, wie in den Wahlprogrammen nachzulesen ist.

Wählen ist Recht und Pflicht zugleich!
Als unabhängige und parteipolitisch neutrale Gewerkschaft spricht der VBE Hessen keine Wahlempfehlung aus. „Allerdings ist für uns klar: Nur demokratische Parteien sind wählbar!“, stellt der VBE-Landesvorsitzende Wesselmann fest.
Er appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, am Sonntag zur Wahl zu gehen: „Wählen ist Recht und Pflicht zugleich – besonders in einer Zeit, in der Parteien die Prinzipien unserer Demokratie infrage stellen oder politische Bewegungen diese Demokratie unterwandern.“

Demokratie: Vom Klassenrat bis zur Wahl
Wesselmann spricht damit nicht nur als Bürger, sondern auch als Lehrer und Schulleiter: „Demokratie-Erziehung spielt in der Schule eine wichtige Rolle. Täglich arbeiten wir mit den Kindern und Jugendlichen an einem fairen Umgang und der Einhaltung demokratischer Spielregeln – das fängt beim Klassenrat an und hört beim Anti-Rassismus-Projekt noch nicht auf. Zur Wahl gehen heißt deshalb auch: unseren Kindern Demokratie vorleben!“

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