"Es darf nach der Krise kein `weiter so´ geben!"

"Es darf nach der Krise kein `weiter so´ geben!"

(14.06.2021) 80 Delegierte des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) aus ganz Hessen haben sich am 12. Juni 2021 zur virtuellen Landesvertretersammlung getroffen. Sie verabschiedeten einstimmig den Leitantrag „Aus der Krise lernen“, in dem die größten Herausforderungen an den Schulen aus den vergangenen Monaten benannt werden. „Die Corona-Pandemie hat wie unter einem Brennglas gezeigt, was an Schulen alles im Argen liegt. Ein „weiter so“ darf es nicht geben“, sagte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann.

Der VBE Hessen fordert u.a. eine bessere Personalplanung für die Schulen, ein höheres Tempo bei der Digitalisierung und die Entbürokratisierung des Schulalltags. Außerdem betont der VBE, dass eine Förderung für alle Schüler/innen (und nicht nur durch das „Aufholprogramm“) geboten s
ei, dass es multiprofessionelle Teams an allen Schulen brauche und die Unterstützung von Schüler/innen mit Förderbedarf dringend verbessert werden muss. „Ziel allen politischen Handelns müssen Schulen sein, an denen gleichermaßen der Anspruch auf gute Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz sowie auf Bildungsgerechtigkeit für alle Schüler/innen erfüllt ist“, heißt es in dem Leitantrag.

Den Leitantrag können Sie hier nachlesen:

Wie sehr das Thema Digitalisierung die Schulen umtreibt, spiegelt sich auch in den Anträgen der Regional- und Kreisverbände wider: Sie bezogen sich z.B. auf die Bereitstellung adäquater PCs und Tablets für Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte, festen EDV-Support an den Schulen und die Einbindung eines Videokonferenzsystems in das Hessische Schulportal.

Grußwort von Kultusminister Lorz

Die Widrigkeiten, mit denen die Schulen zu kämpfen haben, erkannte auch Kultusminister Alexander Lorz an, der sich für ein digitales Grußwort zuschaltete. Er dankte den Kolleginnen und Kollegen für ihren Einsatz während der Pandemie und beteuerte, wie wichtig die Einschätzung politischer Entscheidungen durch die Praktiker/innen sei. Seit Beginn der Pandemie hätten viele Entscheidungen allerdings unter Zeitdruck getroffen werden müssen, so dass die Lehrerverbände nicht frühzeitig angehört werden konnten. Für Kritik und Verbesserungsvorschläge habe das Ministerium aber immer ein offenes Ohr. In diesem Sinne setze er auf weitere gute Zusammenarbeit mit dem VBE Hessen.

Auch der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann war virtuell präsent. Er bekräftigte, was er bereits in vielen Interviews gesagt hat: Ein bloßes „Dankeschön“ an die Lehrer/innen reiche nicht, die Wertschätzung für deren Arbeit müsse sich endlich auch in konkretem Handeln, also in Verbesserung der Arbeitsbedingungen, ausdrücken. Stattdessen gebe es nur Leere: leere Versprechen und leere Hände – das aber verhindere eine bessere Lehre.

Stefan Wesselmann bleibt Landesvorsitzender

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Neuwahl der Landesleitung, der der Landesvorsitzende, seine Stellvertreter/innen sowie die Kassenwartin und der Schriftführer angehören. Der VBE- Landesvorsitzende Stefan Wesselmann wurde mit 100 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, mit ähnlich hohen Werten wurden Angela Tüncher und Anke Schneider als Stellvertreterinnen und Markus Wolf als Stellvertreter wieder gewählt. Neu in das Gremium gewählt wurde Joachim Trautmann. Christel Müller, die seit 16 Jahren stellvertretende Landesvorsitzende war, stellte sich aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl.

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