„Ein guter Tag für die Beamten in Hessen“

„Ein guter Tag für die Beamten in Hessen“

VBE Hessen begrüßt das Jobticket und die Beibehaltung des Lebensarbeitszeitkontos +++ „Wermutstropfen“: Zeitliche Verzögerung und fehlender Ausgleich für die Einkommensverluste in 2015 und 2016 +++ bisherige „Besoldung nach Gutsherrenart“ widerspricht dem Alimentationsprinzip

„Heute ist ein guter Tag für die Beamtinnen und Beamten in Hessen“, kommentiert Stefan Wesselmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Hessen die Ankündigung der Landesregierung, den Tarifabschluss der hessischen Angestellten auf die Beamten zu übertragen. „Die inhaltsgleiche Übernahme der linearen Gehaltserhöhung um 2% in 2017 und 2,2% in 2018 bedeutet, dass sich die Einkommen der Angestellten und Beamten langfristig nicht noch weiter auseinander bewegen.“

Ausdrücklich begrüße der VBE Hessen, dass ab August 2017 die Arbeitszeit der Beamten von 42 auf 41 Wochenstunden zurückgeführt werde und die Landesregierung sich doch dazu durchringen konnte, die 41. Wochenstunde auf dem sogenannten Lebensarbeitszeitkonto gutzuschreiben. „Unterm Strich gilt dann endlich wieder die gleiche Wochenarbeitszeit für Beamte und Angestellte“, so Wesselmann weiter.

Das Jobticket für die verbeamteten Landesbediensteten für 2018 begrüßt der VBE Hessen ebenfalls. „Auch wenn vielleicht viele Lehrerinnen und Lehrer das Jobticket für den Weg zur Schule nicht gut nutzen können, weil sie viele Unterrichtsmaterialien zu transportieren haben, ist das Angebot auch unter ökologischen Gesichtspunkten ein Gewinn“, schätzt der VBE-Landesvorsitzende ein. Außerdem sei es für Lehrkräfte, die das Jobticket nutzen können und im Rhein-Main-Gebiet leben und arbeiten, finanziell ein kleiner Ausgleich für die ansonsten sehr hohen Lebenshaltungskosten.

„Natürlich ist es ein Wermutstropfen, dass die Gehaltserhöhung für die Beamten erst vier Monate später erfolgt als die Lohnerhöhung der Angestellten. Zudem werden die realen Einkommensverluste der Beamten aus den Jahren 2015 und 2016 nicht ausgeglichen“, stellt Wesselmann mit Bedauern fest.

Zur Kehrtwende der Landesregierung, die bisher signalisiert hatte, weiterhin stur ihren Koalitionsvertrag abzuarbeiten – welcher eine 1%ige Gehaltserhöhung für 2017 vorsah – meinte der VBE-Landesvorsitzende: „Offensichtlich ist es uns gelungen, mit dem Klageverfahren unseres Dachverbandes, des dbb Hessen, die Politik zum Nachdenken zu bringen. In den Köpfen der Entscheidungsträger ist inzwischen hoffentlich angekommen: Mit der bisherigen Besoldung nach Gutsherrenart wird das Grundprinzip der Alimentation der Beamten verletzt.“

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