„Die versprochenen 700 Stellen für Sozialpädagogen brauchen die Grundschulen dringend für Inklusion und Ganztag“

„Die versprochenen 700 Stellen für Sozialpädagogen brauchen die Grundschulen dringend für Inklusion und Ganztag“

„Jede Investition in Schule ist eine gute Investition“, kommentiert der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, Stefan Wesselmann, die Ankündigung der schwarz-grünen Landesregierung, 700 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte im Doppelhaushalt 2018/19 einzuplanen.

Besonders der inklusive Unterricht mache den Einsatz von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen notwendig. Denn aus Sicht des VBE Hessen sind multiprofessionelle Teams, in denen Regelschullehrkräfte mit Förderschullehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften zusammenarbeiten, eine Gelingensbedingung für Inklusion. Auch für die Ganztagsangebote brauche es dringend die Unterstützung durch Sozialpädagoginnen und -pädagogen.

Stellenzusage erfüllt alte VBE-Forderung
„Mit der Zusage für zusätzliche sozialpädagogische Fachkräfte erfüllt die Landesregierung somit eine Forderung des VBE Hessen“, sagt Wesselmann. „Nun kommt es allerdings darauf an, dass die Stellen bedarfsgerecht verteilt werden. Und wir hoffen sehr, dass die Stellen auch tatsächlich besetzt werden!“

Ein weiteres Problem erkennt der VBE Hessen in den Zuständigkeiten: Das pädagogische Personal, das im inklusiven Unterricht im Einsatz ist, kommt teilweise über das Land im Rahmen der Lehrerzuweisung, teilweise über die Schulträger und Kommunen (z.B. Schulsozialarbeiter) und die Sozialhilfeträger (z.B. Teilhabe-Assistenzen). In der Praxis bringt das häufig Kompetenzgerangel unter den verschiedenen Dienstherren und Kostenträgern mit sich und erschwert die Kooperation zwischen allen Beteiligten an einer Schule.

Klare Zuständigkeiten notwendig
Hier würde sich der VBE Hessen einfachere Verfahren bzw. klare Zuständigkeiten wünschen. „Sonst besteht die Gefahr, dass die zusätzlichen Ressourcen im System verschwinden und nicht in Gestalt sozialpädagogischer Fachkräften bei den Schülerinnen und Schüler ankommen.“

Die in Aussicht gestellten 700 Stellen sollen sich der Landesregierung zufolge schwerpunktmäßig auf die Grundschulen verteilen. Aus Sicht des VBE Hessen ist das zwar ein guter Anfang. „Die weiterführenden Schulen dürfen allerdings nicht vergessen werden – auch sie brauchen unbedingt mehr Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte“, so Wesselmann.

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