„Die Gesundheit von Schülern und Schulpersonal muss uns jede Ausgabe  wert sein!“

„Die Gesundheit von Schülern und Schulpersonal muss uns jede Ausgabe wert sein!“

(01.10.2020) Die ersten kalten Tage haben es gezeigt: Das Lüften als Schutzmaßnahme gegen Aerosole stößt im Herbst und Winter an Grenzen. „Die Schulträger müssen sich deshalb jetzt Gedanken machen, wie sie nach den Herbstferien für Gesundheitsschutz an den Schulen sorgen – und nicht erst dann, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene frierend in den Klassenräumen sitzen“, bringt es Stefan Wesselmann, der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, auf den Punkt.

Offene Fenster: Lärm und Kälte
Fenster und Türen offen stehen lassen: Das war in den vergangenen Wochen zwar leicht umsetzbar, doch längst nicht überall ideal: Vor allem an Schulen, die an Straßen oder in dicht besiedelten Gegenden liegen, dringt außer frischer Luft auch eine Menge Lärm von Baustellen oder von Autos, S-Bahnen oder Flugzeugen ein.

Die Regel, künftig alle 20 Minuten für 5 Minuten Stoß zu lüften, würde für den Unterricht zudem bedeuten: viele Unterbrechungen, viel Unruhe. Anderswo lassen sich Fenster gar nicht oder nicht ganz öffnen.

Aus Sicht des VBE Hessen dürfen die Verantwortlichen in Schulverwaltung und Kultusministerium die unterschiedlichen Voraussetzungen für das Lehren und Lernen an den Schulen im Land nicht länger ignorieren. „Unser aller Ziel ist doch, die Schulen trotz Pandemie offen zu halten. Also muss alles getan werden, was aus gesundheitlicher Sicht für alle Beteiligten notwendig und was technisch möglich und sinnvoll ist“, fordert der VBE-Landesvorsitzende.

Ein Muss: CO2-Messgeräte
Wie effektiv der Einsatz von Luftreinigungsgeräten ist, muss aus Sicht des VBE Hessen daher schnellstmöglich geklärt werden. Bei der Versorgung mit den Geräten müssten dann zuallererst jene Schulen berücksichtigt werden, an denen (Stoß-) Lüften überhaupt nicht möglich ist. „Uns ist selbstverständlich bewusst, dass nicht sämtliche Schulen in Hessen gleichzeitig mit Luftreinigungsgeräten versorgt werden können – also muss priorisiert werden“, so Wesselmann.

Wohl aber sollten sämtliche Schulen umgehend mit CO2-Messgeräten ausgestattet werden, die weitgehend unumstritten und zudem kostengünstiger sind. Mit diesen Messgeräten lässt sich feststellen, wie es um die Luftqualität in einem Raum bestellt ist bzw. ob ein Luftaustausch stattfindet. Mit anderen Worten: Es wird klar, ob Handlungsbedarf besteht.

Auswege: Kleinere Lerngruppen, mehr Räume
Das könnte dann bedeuten: Wenn ein Klassenraum für 30 Schüler/innen zu klein ist und nicht ausreichend gelüftet werden kann, müssen diese in zwei Lerngruppen aufgeteilt werden. Wenn es dafür an der Schule nicht genügend Räume gibt, müssen Container aufgestellt werden.

„Das alles sollte uns die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen und des Personals an der Schule wert sein. Und wenigstens einmal sollten Kosten beim Thema Bildung keine Rolle spielen – zumal anderswo gerade mit vollen Händen das Geld ausgegeben wird“, bilanziert der VBE-Landesvorsitzende Wesselmann.

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