Dankesworte + A13 =  Echte Wertschätzung für Grundschul-Lehrkräfte!

Dankesworte + A13 = Echte Wertschätzung für Grundschul-Lehrkräfte!

„Wann, wenn nicht jetzt?“ Diese Frage ¬nach dem Zeitpunkt einer höheren Besoldung von Grundschul-Lehrkräften stellt der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, Stefan Wesselmann, anlässlich des A13-Aktionstags am 13.11.2021 in den Raum.

Seit Jahren zeigt das Hessische Kultusministerium beim Thema A13 und Beförderungsmöglichkeiten für Grundschul-Lehrkräfte keinerlei Entgegen-kommen. Im vergangenen Jahr hat der Kultusminister die knappen Kassen infolge der Corona-Pandemie ins Feld geführt. Der VBE lässt dies nicht gelten. „Das war in 2020 schon eine fadenscheinige Ausrede und ist es in diesem Jahr noch immer. Kein Geld ist immer da“, stellt der VBE-Landesvorsitzende ironisch fest. „Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die Pandemie hat gezeigt, wieviel Geld wirklich in den Kassen ist, wenn es der Politik wichtig ist!“

Besseres Einstiegsgehalt – höhere Motivation

Dass für die Grundschul-Lehrkräfte davon nichts übrig sein soll, ist für diese nicht nur eine schallende Ohrfeige, es kommt aus Sicht des VBE Hessen einem Offenbarungseid gleich: Die Bedeutung der Schule als Ort von Bildung und Erziehung wurde in den vergangenen Pandemie-Monaten permanent betont. Die Lehrkräfte – aller Schulformen – haben hohen Einsatz gezeigt, wofür ihnen die Politiker regelmäßig und wortreich gedankt haben. Aber wenn es um Wertschätzung in barer Münze geht, gibt es Ausreden statt Geld.

Dabei ist es aus Sicht des VBE-Landesvorsitzenden allerhöchste Zeit für ein höheres Einstiegsgehalt für Grundschul-Lehrkräfte: „Dies würde einige junge Menschen zum Einstieg in den Lehrerberuf und insbesondere das Lehramt Grundschule motivieren, die wir dringend brauchen. Die Pandemie hat Wissenslücken bei den Schülern gerissen. Und wenn man das ambitionierte Maßnahmenpaket des HKM zur Bildungssprache Deutsch ernst nimmt, brauchen wir zu dessen Umsetzung noch weitere gut ausgebildete und engagierte Lehrkräfte!“

Hessen im Wettbewerb mit Thüringen, Bayern und Niedersachsen

Hessen steht im Werben um den Lehrkräfte-Nachwuchs unter Zugzwang: Das benachbarte Thüringen sowie Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Schleswig-Holstein haben sich schon für A13 entschieden, Niedersachsen legt auf A12 eine Zulage drauf und das südliche Nachbarland Bayern hat ein Beförderungssystem eingeführt, nach dem Grundschul-Lehrkräfte bei guten Leistungen die Besoldungsstufe A13 erreichen können, ohne dafür eine Funktionsstelle übernehmen zu müssen.

In Hessen dagegen verharren Grundschul-Lehrkräfte auf der Besoldungsstufe A12. Damit verdienen sie deutlich schlechter als alle anderen Lehrkräfte – der Unterschied liegt beim Einstiegsgehalt derzeit bei über 550 Euro.

„Die Lehrämter an den verschiedenen Schulformen sind zwar nicht gleichartig, aber sie sind gleichwertig“, sagt der VBE-Landesvorsitzende Wesselmann und verweist auf das „Gusy-Gutachten“, demzufolge die Argumente für eine unterschiedliche Bezahlung – also die unterschiedliche Ausbildung der Lehrkräfte sowie unterschiedliche Anforderungen im Schulalltag – nicht mehr tragfähig sind.

Das Gusy-Gutachten „Gleiche Lehrerbesoldung als Verfassungsauftrag“ finden Sie hier

Artikel als PDF downloadenDrucken