A13 jetzt! Genug geredet – Zeit zu handeln!

A13 jetzt! Genug geredet – Zeit zu handeln!

(11.11.2022) Am 13. November 2022 ist wieder Stichtag: Dann arbeiten Grundschul-Lehrkräfte rein rechnerisch den Rest des Jahres kostenlos – geht man von der Bezahlung an anderen Schulformen aus. Um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und die hessische Politik zum Handeln zu bewegen, gehen Lehrer/innen seit Jahren am 13.11. auf die Straße, außerdem hat der VBE Hessen auf Facebook und Instagram die Aktion „Gutes Geld für gute Arbeit“ gestartet, bei der Lehrkräfte Fotos von sich und der Forderung „A13, weil…“ posten.

Nicht gleichartig, aber gleichwertig
Gründe für eine bessere Bezahlung gibt es genug – einen Grund für die unterschiedliche Bezahlung der verschiedenen Lehrämter dagegen nicht. Bereits 2011 hat der VBE Hessen ein Rechtsgutachten vorgelegt, in der dies dargelegt wird. Alle Lehrkräfte sind heute stark gefordert: Die Vermittlung sozialer Schlüsselkompetenzen, Medienbildung, die Integration von Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien sowie der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung sind heute – über die Vermittlung von Fachwissen hinaus – Alltag. „Die Arbeit der unterschiedlichen Lehrämter ist gleichwertig, auch wenn der Arbeitsalltag nicht gleichartig ist“, bringt der VBE-Vorsitzende Stefan Wesselmann es auf den Punkt.
Übrigens: Das Gusy-Gutachten „Gleiche Lehrerbesoldung als Verfassungsauftrag“ finden Sie hier.

In Konkurrenz mit anderen Bundesländern
Angesichts des Lehrkräfte-Mangels kann Hessen sich außerdem das Beharren auf dem Status Quo nicht leisten: Das benachbarte Thüringen sowie Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben sich bereits für A13 entschieden. Nordrhein-Westfalen hat gerade einen Stufenplan zur Anpassung der Bezahlung von Grundschul-Lehrkräften an jene der Kolleginnen und Kollegen anderer Schulformen beschlossen. Das südliche Nachbarland Bayern hat bereits vor einiger Zeit ein Beförderungssystem eingeführt, bei dem Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen bei guten Leistungen die Besoldungsstufe A13 erreichen können. Eine generell höhere Bezahlung wurde dort angekündigt, gleiches gilt für Niedersachsen.

Koalitionsvertrag: „einheitliches Vorgehen sinnvoll“
„Hessen steht also unter Zugzwang. Denn wenn die Lehrkräfte aus Hessen erst einmal in Länder mit besserer Bezahlung abgewandert sind, werden sie kaum zurückkommen“, warnt der VBE-Landesvorsitzende und erinnert Kultusminister Lorz an die Aussagen zu A13 im Koalitionsvertrag von 2018: „Wir halten in dieser Frage ein abgestimmtes und einheitliches Vorgehen der Bundesländer für sinnvoll. Auch um den Lehrerbedarf für unsere Schulen zu sichern und Abwanderungen zu vermeiden, werden wir zu diesem Thema das Gespräch mit unseren Nachbarbundesländern suchen.“ heißt es darin. „Nach vier Jahren ist die Zeit des Beobachtens und Redens vorbei. Jetzt ist es höchste Zeit zu handeln!“, kommentiert Wesselmann.

550 Euro weniger als andere Berufsanfänger/innen
In Hessen sind Grundschul-Lehrkräfte in die Besoldungsstufe A12 eingruppiert. Damit verdienen sie deutlich schlechter als alle anderen Lehrkräfte; der Unterschied liegt mit Blick auf Berufsanfänger/innen derzeit bei über 550 Euro. Trotzdem hat das Kultusministerium in den vergangenen Jahren beim Thema A13 und Beförderungsmöglichkeiten für Grundschul-Lehrkräfte keinerlei Entgegen-kommen gezeigt. „Es ist äußerst bedauerlich, dass die Gleichwertigkeit der Lehrämter bis heute nicht anerkannt wird“, sagt der VBE-Landesvorsitzende.

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