Corona: Forderungen für die Notbetreuung in den Osterferien sowie den Unterricht danach

Corona: Forderungen für die Notbetreuung in den Osterferien sowie den Unterricht danach

(03.04.2020) Drei Wochen ohne regulären Unterricht liegen hinter uns: ein Ausnahmezustand, auf den die Schulen sich in kürzester Zeit und mit großem Engagement eingestellt haben. Aufgrund fehlender gesetzlicher Regelungen bzw. sich ständig ändernder Sachverhalte und entsprechender Vorgaben ist es allerdings in manchen Kollegien auch zu Unmut gekommen, viele Fragen wurden aufgeworfen und sind noch ungeklärt.

Selbstverständlich sind Lehrkräfte, LiV, UBUS-Fachkräfte und alle anderen an Schule Beteiligten bereit, in dieser existenziellen Situation ihren Anteil zu leisten. Auch war der VBE Hessen in den vergangenen Wochen um einen pragmatischen und konstruktiven Umgang mit der Situation und den Ansagen aus der Politik bemüht. Doch angesichts der Tatsache, dass der Ausnahmezustand weiter anhalten wird (Notbetreuung in den Osterferien, an Wochenenden und Feiertagen, mögliche Verlängerung der Schulschließungen), hält der VBE Hessen es jetzt für notwendig, einigen wichtigen Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Dies sind unsere Forderungen:

BETEILIGUNG DER PERSONALVERTRETUNGEN
Der VBE fordert, dass die Personalvertretungen bei den Entscheidungen auf den verschiedenen Ebenen – also vom Schulpersonalrat über den Gesamt- bis zum Hauptpersonalrat – eingebunden werden. Das Recht auf Information, Mitwirkung und Mitbestimmung ist gerade in einer Ausnahmesituation wie der aktuellen von besonderer Bedeutung.

So scheint uns beispielsweise auf Schulebene das Thema der Erreichbarkeit der Lehrkräfte und der sozialpädagogischen Fachkräfte für Schulleitungen und Schüler/-innen äußerst wichtig.

THEMA NOTBETREUUNG
Der VBE fordert, dass Lehrkräfte, LiV und UBUS-Fachkräfte nur auf freiwilliger Basis zur Notbetreuung in den Osterferien sowie an Wochenenden und Feiertagen eingesetzt werden.

Schulen, an denen relativ viele Kinder die Notbetreuung benötigen, brauchen für die Notbetreuung die Unterstützung anderer Schulen. Das gilt v.a. für kleine (Grund-) Schulen, wo sich der Dienst auf sehr wenige Personen verteilen würde. Der VBE Hessen fordert daher die Staatlichen Schulämter dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass auch andere Schulen ihren Beitrag leisten.

Der VBE Hessen fordert, dass Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte in die Liste der systemrelevanten Berufsgruppen aufgenommen werden, damit deren Kinder versorgt sind, während sie in der Notbetreuung zum Einsatz kommen oder an der Schule Termine wahrnehmen müssen. Die Möglichkeit, dass sie ihre eigenen Kinder in die Notbetreuung mitbringen, hält der VBE Hessen für keine sinnvolle Lösung.

THEMA (DIGITALER) UNTERRICHT
Der VBE Hessen fordert, dass das HKM die Digitalisierung an den Schulen endlich mit aller Kraft vorantreibt (also u.a. auch die Kapazitäten des „Schulportal Hessen“ und die Angebote für die Grundschulen ausbaut), sowie die Schulträger dazu anhält, die Anträge aus dem Digitalpakt mit Priorität zu bearbeiten. Außerdem muss nicht nur in digitale Infrastruktur investiert werden, sondern auch in digitale Endgeräte.

Der VBE fordert, dass das Ministerium so rasch wie möglich klare Aussagen zu folgenden Punkten trifft:
• (Nicht-)Bewertung der während der Schulschließung angefertigten Aufgaben
• Umgang mit ausstehenden Klassenarbeiten, Leistungsnachweisen, Notengebung (auch mit Blick auf die Zeugnisse)
• (Abschluss-)Prüfungen in den verschiedenen Schulformen
• Einsatz bzw. DSGVO-Konformität digitaler Medien, Plattformen oder Anwendungen für die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schüler/-innen

THEMA LiV
Der VBE Hessen fordert, schnellstmöglich Planungssicherheit für die LiV zu schaffen. Dabei geht es zum einen um Unterrichtsbesuche, Modulbewertungen u.ä., vor allem aber um die bevorstehenden Prüfungen. Den LiV im Prüfungssemester muss es ermöglicht werden, ihre Ausbildung wie geplant zum 31.07.2020 abzuschließen.

HYGIENE
Der VBE Hessen fordert, dass die Schulträger auch ohne laufenden Schulbetrieb für saubere Räumlichkeiten sorgen (in den benutzten Bereichen) sowie Oberflächen regelmäßig desinfizieren lassen.
Angesichts der aktuell sehr hohen Ansteckungsgefahr müssen für die Notbetreuung in den Osterferien zum Schutz aller – also sowohl der betreuenden Personen von Seiten der Schule und deren Familien als auch der Kinder und deren Familien – Mundschutzmasken zur Verfügung gestellt werden.
Auch für die Zeit nach den Schulschließungen muss für ausreichend Seife und Desinfektionsmittel etc. gesorgt sein; das Thema Mundschutzmasken wird dann womöglich neu zu verhandeln sein.

(Frankfurt, 03.04.2020)

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