Zurück in die Schule –  aber unter welchen Umständen?

Zurück in die Schule – aber unter welchen Umständen?

(21.04.2020) „Die Schulen warten ungeduldig auf Informationen aus dem Hessischen Kultusministerium (HKM) zur Organisation des Präsenzunterrichts ab der kommenden Woche“, kommentiert der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann das heutige „Update“ auf der Internetseite des HKM.

Wesselmann erinnert daran, dass die Schulen eine ausreichende Vorlaufzeit brauchen, um Vorgaben z.B. zur Hygiene, Gruppengröße, Abstandsregeln und dem Personaleinsatz (Stichwort: Risikogruppen) einhalten zu können.

Das Hessische Kultusministerium hat in seinem „Update“ nur wiederholt angekündigt, im Laufe der Woche schulformbezogene Informationspakete an alle Schulen zu schicken, in denen die Themen Übergänge/Versetzungsentscheidungen und Notengebung/Zeugnisse behandelt werden und die Details zur Durchführung der Abschlussprüfungen, der Stundenplangestaltung sowie ein Muster für einen schulischen Hygieneplan enthalten. Außerdem sollen die Schulen eine Handreichung für das Lernen zu Hause, zur Schülerbeförderung, zum Personaleinsatz, zu den Lehramtsprüfungen, zum Ganztag und zum Einschulungsverfahren erhalten.

Austausch der Gewerkschaften mit dem HKM
In einem telefonischen Austausch der Gewerkschaften und Verbände mit Kultusminister Lorz am Montag hatte der VBE Hessen nochmals die aus Schulsicht drängendsten Punkte benannt: Hygiene, Risikogruppen, digitaler Unterricht. Der Landesvorsitzende Wesselmann forderte eine klare Definition der Risikogruppe und eine Klärung der Frage, ob Angehörige der Risikogruppe in die Schule bzw. in den Unterricht gehen dürfen, wenn sie dies wünschen – und wie es dann um deren Versicherungsschutz steht.

Wesselmann wies u.a. darauf hin, dass es nicht nachvollziehbar sei, wenn im Sekretariat im Schichtdienst gearbeitet werden müsse, damit sich zwei Personen nicht in einem Raum begegnen, die Notbetreuung mit bis zu 5 Kindern stattfinde, im Unterricht dann aber 15 Schüler/innen in einem Raum sitzen sollen.

Er betonte erneut, dass für Schulen konkrete hygienische Standards vorgegeben werden müssten. Unter den mancherorts gegebenen Bedingungen – weder Seife noch Desinfektionsmittel, keine Papierhandtücher und eine unzureichende Reinigung der Klassenräume – sei Unterricht in der Schule unvorstellbar.

Wesselmann warf die Frage auf, wer die Einhaltung der hygienischen Standards kontrollieren wird und was passiert, wenn diese an einer Schule nicht erfüllt werden. Er stellte heraus, dass die Verantwortung nicht einfach bei den Schulleitungen abgeladen werden könne und diese dann – mal wieder – damit allein gelassen werden.

Der VBE Hessen forderte zudem, dass das Kultusministerium endliche klare Aussagen zum Einsatz bzw. zur DSGVO-Konformität digitaler Medien, Plattformen oder Anwendungen für die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schüler/-innen macht.

„Das Kultusministerium sollte nach dem ausführlichen Austausch wissen, worauf es ankommt – jetzt müssen endlich klare und verbindliche Aussagen folgen“, bilanziert Wesselmann.

Weitere Forderungen des VBE Hessen zum Präsenzunterricht und dem „Unterricht zuhause“ finden Sie auf unserer Corona-Sonderseite https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/corona-fragen-und-antworten/

Außerdem haben wir eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet für Mitglieder, die Fragen und Anliegen zum Themenkomplex Corona und Schule haben: mitgliederfragen@vbe-hessen.de

Artikel als PDF downloadenDrucken