"Wir fordern faire Bezahlung der Lehrkräfte an Grundschulen"

"Wir fordern faire Bezahlung der Lehrkräfte an Grundschulen"

Knapp 30 Gewerkschafter haben am Montag vor dem Staatlichen Schulamt Heppenheim für die Gleichbehandlung aller Lehrkräfte protestiert. Zum jährlichen Aktionstag „A 13 für alle!“ überreichte der VBE-Regionalverband Bergstraße/Odenwald der Leitung des Staatlichen Schulamts (SSA) die Resolution des VBE Hessen zur Aufwertung der Arbeit an den Grundschulen sowie die VBE-Zeitschrift Lehrer und Schule, in der einige drängende Probleme benannt werden. „Wir werden nicht müde, auf die Benachteiligung der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen hinzuweisen und eine faire Bezahlung einzufordern“, sagte Hanne Thron-Dams, Vorsitzende des VBE-Regionalverbands Bergstraße / Odenwald.

Von Seiten des Staatlichen Schulamts war die stellvertretende Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Christine Hauck vor Ort. Sie unterstützte – auch gegenüber den Pressevertretern – die Anliegen der Gewerkschafter und bezeichnete eine Angleichung der Besoldung als längst überfällig!

Bis zu 500€ Unterschied bei der Bezahlung
Hinter dem Slogan „A13 für alle“ steht die Forderung, alle Lehrerinnen und Lehrer zum Berufseinstieg gleich zu bezahlen. „Die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen und beispielsweise Gymnasien ist natürlich nicht gleichartig, aber sie ist gleichwertig“, erläutert Thron-Dams.
Trotzdem werden Grundschullehrkräfte als einzige Lehrkräfte überhaupt in die Besoldungsstufe A12 eingestuft. Damit verdienen sie deutlich schlechter als zum Beispiel Studienräte an Gymnasien: Der Unterschied liegt bei mindestens 500 €. „Es kann aber nicht sein, dass sich die Bezahlung der Lehrkräfte nach der Schuhgröße der Schülerinnen und Schüler richtet.“

„Für die Gleichbehandlung der Grundschullehrkräfte gehen wir alle Jahre wieder auf die Straße – in der Hoffnung, dass unsere Botschaft irgendwann oben im Kultusministerium ankommt!“ kommentiert der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann.

Gutachten: Argumente für unterschiedliche Besoldung nicht mehr tragfähig
Die Aufwertung des Lehramts für die Grundschulen liegt dem VBE Hessen seit langem am Herzen. Im Jahr 2012 hatte die Gewerkschaft daher ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Verfassungsmäßigkeit der unterschiedlichen Besoldung für die verschiedenen Lehrämter in Hessen klären sollte. Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die gängigen Argumente für eine unterschiedliche Besoldung nicht mehr tragfähig seien. Diese sind: die unterschiedliche Ausbildung der Lehrer sowie die unterschiedlichen Anforderungen im Schulalltag.

Tatsache ist allerdings: Sämtliche Lehrämter schließen heutzutage ihr Studium mit Staatsexamen ab. Auch das Argument, von Gymnasial-lehrerinnen und –lehrern würden vor allem wissenschaftliche Fähigkeiten abverlangt – also auch Fachkenntnisse auf einem höheren Niveau – lässt das Gutachten nicht mehr gelten.

Stattdessen seien heute alle Lehrerinnen und Lehrer stark pädagogisch gefordert: Die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, die Integration von Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien sowie der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung gehörten heute an allen Schulen dazu.

Die VBE-Resolution zur Aufwertung der Arbeit an den Grundschulen finden Sie hier: https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/positionen/artikel/resolution-aufwertung-der-arbeit-grundschulen/:

Das Gusy-Gutachten mit dem Titel „Gleiche Lehrerbesoldung als Verfassungsauftrag“ findet sich auf der Homepage des VBE Hessen: https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/material/

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