„Wir kämpfen für Gleichbehandlung – alle Jahre wieder!“

„Wir kämpfen für Gleichbehandlung – alle Jahre wieder!“

Rund 50 Gewerkschafter haben am heutigen Montag vor dem Staatlichen Schulamt Offenbach für die Gleichbehandlung aller Lehrkräfte protestiert. „Wir werden nicht müde, auf die Benachteiligung der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen hinzuweisen und eine faire Bezahlung einzufordern“, sagte Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen.

VBE Offenbach überreicht Resolution an Schulamtsleiterin
Zum jährlichen Aktionstag „A13 für alle!“ überreichte der VBE-Regional-verband Offenbach der Leiterin des Staatlichen Schulamts (SSA) die Resolution des VBE Hessen zur Aufwertung der Arbeit an den Grundschulen sowie die VBE-Zeitschrift Lehrer und Schule, in der einige drängende Probleme benannt werden. Wesselmann kommentierte: „Alle Jahre wieder gehen wir mit unserer Forderung nach Gleichbehandlung auf die Straße – in der Hoffnung, dass unsere Botschaft irgendwann oben im Kultusministerium ankommt!“

Hinter dem Slogan „A13 für alle“ steht die Forderung, alle Lehrerinnen und Lehrer zum Berufseinstieg gleich zu bezahlen. „Die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen und beispielsweise Gymnasien ist natürlich nicht gleichartig, aber sie ist gleichwertig“, erläutert Angela Tüncher, Vorsitzende des VBE Offenbach. Trotzdem werden Grundschullehrkräfte als einzige Lehrkräfte überhaupt in die Besoldungsstufe A12 eingestuft.
Damit verdienen sie deutlich schlechter als zum Beispiel Studienräte an Gymnasien: Der Unterschied liegt bei mindestens 500 €. „Es kann aber nicht sein, dass sich die Bezahlung der Lehrkräfte nach der Schuhgröße der Schülerinnen und Schüler richtet“, kommentiert Tüncher.

Die Leiterin des SSA, Susanne Meißner, zeigte sich verständnisvoll gegenüber der Forderung nach einer gerechten Besoldung und versprach, das Anliegen der Gewerkschafter in der Verwaltung weiterzutragen.

Vor vielen anderen Staatlichen Schulämtern in Hessen gab es anlässlich des Aktionstags „A13 für alle!“ ähnliche Aktionen wie die heute in Offenbach.

Gutachten: Argumente für unterschiedliche Besoldung nicht mehr tragfähig
Die Aufwertung des Lehramts für die Grundschulen liegt dem VBE Hessen seit langem am Herzen. Im Jahr 2012 hatte die Gewerkschaft daher ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Verfassungsmäßigkeit der unterschiedlichen Besoldung für die verschiedenen Lehrämter in Hessen klären sollte. Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die gängigen Argumente für eine unterschiedliche Besoldung nicht mehr tragfähig seien. Diese sind: die unterschiedliche Ausbildung der Lehrer sowie die unterschiedlichen Anforderungen im Schulalltag.

Tatsache ist allerdings: Sämtliche Lehrämter schließen heutzutage ihr Studium mit Staatsexamen ab. Auch das Argument, von Gymnasial-lehrerinnen und –lehrern würden vor allem wissenschaftliche Fähigkeiten abverlangt – also auch Fachkenntnisse auf einem höheren Niveau – lässt das Gutachten nicht mehr gelten.

Stattdessen seien heute alle Lehrerinnen und Lehrer stark pädagogisch gefordert: Die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, die Integration von Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien sowie der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung gehörten heute an allen Schulen dazu.

Die VBE-Resolution zur Aufwertung der Arbeit an den Grundschulen finden Sie hier: https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/positionen/artikel/resolution-aufwertung-der-arbeit-grundschulen/:

Das Gusy-Gutachten mit dem Titel „Gleiche Lehrerbesoldung als Verfassungsauftrag“ findet sich auf der Homepage des VBE Hessen: https://www.vbe-hessen.de/aktuelles/material/

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