Virtuelles Treffen: VBE fordert von Lorz Entlastung und besseren Gesundheitsschutz

Virtuelles Treffen: VBE fordert von Lorz Entlastung und besseren Gesundheitsschutz

(02.02.2021) Die Novellierung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes sowie die Arbeitsbelastung und der Gesundheitsschutz während der Pandemie standen im Mittelpunkt einer Videokonferenz des VBE Hessen mit Kultusminister Lorz. Eine positive Nachricht gibt es: Die Verwaltungsfachkräfte sollen ab Herbst definitiv an die Schulen kommen und so die Schulleitungen entlasten.

An dem virtuellen Treffen am 27.01.2021 nahmen Mitglieder der VBE-Landesleitung sowie auf Seiten des HKM neben dem Minister mehrere Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Abteilungen teil. Der VBE Hessen hatte vorab Themen eingereicht, die ihm wichtig sind – und die aktuell zum Teil im Schatten der Corona-Ereignisse stehen.

Zur Novellierung des Lehrerbildungsgesetzes (HLbG) berichtete der Kultusminister, dass der Entwurf vor Ostern im Kabinett beschlossen werden solle. Vor der Anhörung im Landtag sei Zeit für eine Stellungnahme der Gewerkschaften eingeplant. Zum Inhalt: Das 3. Fach im Vorbereitungsdienst der Grundschule wird wieder berücksichtigt und ein Fach auch wieder als „Langfach“ bis zur Jahrgangsstufe 10. Während die LiV im „Langfach“ über die ganze Zeit des Vorbereitungsdienstes auch praktisch ausgebildet werden, werden die anderen beiden Fächern nur jeweils zur Hälfte berücksichtigt.
Der VBE Hessen wies darauf hin, dass sowohl LiV als auch Lerngruppen Verlässlichkeit und Kontinuität benötigen und keine ständigen Wechsel der Lehrkraft. Zudem hätten die LiV bei einer Umverteilung der Unterrichtsstunden auf drei Fächer nicht genügend Stunden für die Prüfungen in den “kurzen Fächern“, von denen sie dann kein Fach über ein ganzes Schuljahr unterrichten könnten.

Die Arbeitsbelastung von Schulleitungen war schon vor Corona schwierig, wie der VBE Hessen mit Verweis auf die forsa-Umfrage zur Berufszufriedenheit von Schulleitungen gegenüber dem HKM deutlich machte. Der VBE-Landesvorsitzende benannte u.a. als Gründe: Förderausschüsse, Sachbearbeiter-Aufgaben (PPB, Förderbescheide), Masern-Impfpflicht (Aktennotizen), Organisation der Notebook-Ausleihe. Mit der Pandemie sind weitere hinzugekommen, Stichworte: „Melde-Unwesen“, wöchentliche Abfragen, LUSD-Eingabe für Kinder im Distanzunterricht. Dieser Bericht resultierte in der Forderung: Wir brauchen endlich Entlastung für die Schulleiter/innen!
Der Kultusminister äußerte Verständnis und hatte immerhin eine kleine positive Nachricht zu vermelden: Bzgl. der Verwaltungsfachkräfte ist eine Einigung mit den Kommunalen Spitzenverbänden gelungen. Zum nächsten Schuljahr sollen die Verwaltungsfachkräfte an die Schulen kommen. Dafür seien 10 Millionen Euro eingeplant.

Das Vorhaben der Landesregierung, ab Mitte Februar die Jahrgänge 1 bis 6 im Wechselmodell zu unterrichten, bei gleichzeitiger Notbetreuung kommentierte der VBE Hessen kritisch: Dies sei angesichts der räumlichen und personellen Kapazitäten kaum umsetzbar. Jedenfalls nicht, wenn – wie im Leitfaden des HKM vorgesehen – die Stundentafel komplett abgedeckt werden solle.

Bei Thema Gesundheits- bzw. Arbeitsschutz führte der VBE Hessen dem HKM vor Augen, dass trotz Aufhebung der Präsenzpflicht an manchen Schulen mehr als die Hälfte der Kinder die Schule besuchen – was sicher nicht im Sinne des Infektionsschutzes sei. Außerdem forderte der VBE Hessen erneut die flächendeckende Einführung von Schulgesundheitsfachkräften. Nicht nur im „normalen“ Schulalltag und bei der Masern-Impfung sind sie eine große Unterstützung von Schulleitung und Kollegium, sondern auch in der Pandemie (Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, Erstellen von Hygieneplänen etc). Daher sollten die aktuell 10 Stellen in Frankfurt und Offenbach schnell und großzügig in ganz Hessen aufgestockt werden.

Abschließend brachte der VBE Hessen erneut die Schwierigkeiten mit den dienstlichen E-Mail-Adressen auf den Tisch. Das HKM ist sich der Probleme bewusst und arbeitet an Verbesserungen, um Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz unter einen Hut zu bringen. Die 2-Faktor-Authentifizierung sei aus Datenschutzgründen allerdings unverzichtbar.

Screenshot: VBE Hessen

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