Video-Zuschaltung: Wo bleibt das Recht am eigenen Bild?

Video-Zuschaltung: Wo bleibt das Recht am eigenen Bild?

(23.08.2020) Das Kultusministerium hält eine Einwilligung der Lehrkräfte zu Video-Übertragungen aus dem Präsenzunterricht nicht für notwendig, anders als im Falle der Schüler/innen im Klassenzimmer und zu Hause sowie deren Eltern. Hier hatte das HKM zum Start des neuen Schuljahres Einverständniserklärungen vorbereitet.

Wie dem Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL) auf Nachfrage in der vergangenen Woche mitgeteilt wurde, sei es Dienstpflicht der Lehrkräfte, Unterricht zu halten. Dabei hätten sie die pädagogische Freiheit, didaktische Methoden zu wählen, nicht aber über Vermittlungswege zu bestimmen. Auch der Datenschutzbeauftragte hat nach Aussage des HKM keine Bedenken mit dem Live-Stream aus dem Unterricht. Diese Praxis sei gedeckt durch §88 der EU-Datenschutzgrundverordnung und §23 des Hessischen Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetzes.

Die Gewerkschaftsvertreter im HPRLL sind nach wie vor der Auffassung, dass das „Recht am eigenen Bild“ verletzt wird und werden den Sachverhalt juristisch prüfen lassen.

Der VBE Hessen hatte seine rechtlichen Bedenken bereits geäußert und außerdem darauf hingewiesen, dass durch illegale und unkontrollierbare Mitschnitte von Unterrichtssequenzen und deren missbräuchlicher Verwendung dem Cybermobbing Tür und Tor geöffnet werde.

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Hier informiert das HKM zu Videokonferenzen:
https://kultusministerium.hessen.de/schulsystem/umgang-mit-corona-schulen/fuer-schulleitungen/schreiben-schulleitungen/einsatz-digitaler-werkzeuge-im-schulalltag

Foto: unsplash / Dylan Ferreira

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