VBE-Landesleitung trifft Kultusminister Lorz

VBE-Landesleitung trifft Kultusminister Lorz

Ein ehrlicher Austausch, Offenheit für Anregungen der Gewerkschaft und ein erkennbarer Wille, aktuelle Herausforderungen in der Bildungspolitik anzugehen: So lässt sich das Gespräch beschreiben, zu dem sich die Landesleitung des VBE Hessen am 15. August 2018 mit dem hessischen Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz getroffen hat.

Wie in den vergangenen Jahren konnte der VBE Hessen das Gespräch nutzen, um dem Minister und den anwesenden Abteilungs- und Referatsleiter/innen anhand von Praxisbeispielen die Auswirkungen von Gesetzen, Verordnungen und bildungspolitischen Ideen auf den Schulalltag darzustellen.

So wies der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann erneut darauf hin, dass die althergebrachte* Pflichtstundenverordnung* nicht die tatsächlichen Arbeitszeiten abbilde. Zudem reiche an den kleinen Schulen das zustehende Schulleitungs- und Schuldeputat bei weitem nicht aus, um alle anstehenden Aufgaben zu erledigen – eine Erhöhung der Deputate sei also dringend geboten.

Zur Sprache kam außerdem der Einsatz von Seiteneinsteiger/innen in den Lehrerberuf. Die Mitglieder der Landesleitung machten deutlich, dass sie einerseits sehr dankbar für diese Verstärkung an den Schulen seien, dass andererseits diese neuen Kolleginnen und Kolleginnen aber häufig noch viel Anleitung und Betreuung bräuchten, weil ihnen pädagogisches und didaktisches Wissen für die Grundschule fehlten. Dies komme einer Mentoren-Tätigkeit gleich, die die (ausgebildeten) Lehrerinnen und Lehrer quasi nebenbei „miterledigen“ müssten.

Abschließend brachte der VBE Hessen nochmals das Thema Gewalt gegen Lehrkräfte auf den Tisch und wandte sich gegen die Vorstellung, dass es sich dabei um einzelne Fälle von körperlicher Gewalt handele. Tatsächlich seien verbale und psychische Gewalt an der Tagesordnung; in der Schule selbst und in den sozialen Netzwerken. In der Runde herrschte Einigkeit, dass niemand solche Vorfälle bagatellisieren sollte – weder die Betroffenen selbst, Kollegium und Schulleitung, noch die Schulämter. Rückendeckung für die betroffenen Lehrkräfte sei geboten, egal ob es um pädagogische Maßnahmen, Ordnungsmaßnahmen oder um die angemessene Reaktion auf strafrechtlich relevante Vorfälle gehe.

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