VBE Hessen pocht auf höhere Deputate  für Schulen und Schulleitungen

VBE Hessen pocht auf höhere Deputate für Schulen und Schulleitungen

Die Liste ist lang: Dutzende Schulen aus ganz Hessen haben in den vergangenen zwei Jahren Überlastungsanzeigen an das Kultusministerium geschickt – doch auf eine Reaktion warten sie bislang vergeblich. Der VBE Hessen hat deshalb die Gelegenheit genutzt, bei einer Anhörung im Hessischen Landtag erneut die Arbeitsbelastung von Lehrkräften und Schulleitungen zur Sprache zu bringen. „Überlastungsanzeigen sind Hilferufe aus den Schulen“, findet Stefan Wesselmann, der Landesvorsitzende des VBE Hessen: „Es steht dem Minister nicht gut zu Gesicht, dass er diese nicht beantwortet!“

In der Stellungnahme zur Anhörung am 14. Juni 2018, die die FPD-Fraktion im Landtag anberaumt hatte, stellte der VBE Hessen folgende Punkte klar:
• Die Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte muss gesenkt werden, um dem hohen Anteil außerunterrichtlicher Tätigkeiten Rechnung zu tragen.
• Die Schulen brauchen eine solide Grundausstattung an Leitungszeit.
• Das Schuldeputat muss erhöht werden, damit Lehrkräfte, die besondere Aufgaben für das gesamte Kollegium übernehmen, entlastet werden können

„Es wird sich nur etwas zum Guten ändern, wenn wir auf einen Dreiklang setzen: größeres Team, mehr Zeit und bessere Bezahlung vor allem an den Grundschulen“, bringt Wesselmann die Herausforderungen für die Politik auf den Punkt.

Zwar plant die Landesregierung, an Grundschulen mit 80 bis 180 Schüler/innen Stellvertreter-Stellen zu schaffen. Außerdem sollen Konrektor/innen künftig besser besoldet werden. Doch greift dieser Plan aus VBE-Sicht zu kurz, da sich dann zwei Schulleitungsmitglieder die ohnehin viel zu geringe Leitungszeit teilen müssen. Auch der Gewinn an Leitungszeit aus der 104%-igen Lehrerversorgung ist an kleinen Grundschulen marginal. Von den weniger als acht Wochenstunden zusätzlicher Versorgung darf die Schulleitung weniger als zwei Stunden für sich in Anspruch nehmen. „Das sind die Tücken der Prozentrechnung“, bringt Wesselmann die durchgängige Schlechterstellung kleiner Systeme auf den Punkt.

Sowohl Schulleitung als auch Stellvertreter/innen können sich also keineswegs den Schulleitungsaufgaben widmen, sondern haben noch einiges an Unterricht zu leisten. „Die Vorstellung, dass eine zusätzliche Funktionsstelle in der Schulleitung spürbar mehr Zeit für Schulleitungsaufgaben bringt, ist ein grandioses Missverständnis“, stellt Wesselmann klar. Daher sei es höchste Zeit, die Deputate für Schulleitung und Schule neu zu berechnen – und an den Schulalltag mit seinen unzähligen bürokratischen Aufgaben anzupassen.

Die Stellungnahme in voller Länge finden Sie in der Rubrik “Aktuelles – Material” auf dieser Homepage.

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