Qualifizierung von Schulleitern startet

Qualifizierung von Schulleitern startet

Am 1. Oktober startet das erste Modul der neuen Qualifizierung von Schulleiterinnen und Schulleitern (QSH). Die Qualifizierung hat das Ziel, Interessenten für die Position als Schulleiterin oder Schulleiter bereits vor der Übernahme dieses Amts auf die damit verbundenen Aufgaben und Herausforderungen gründlich vorzubereiten. Nachdem das Kultusministerium eine positive Bilanz der Pilotphase gezogen hat, soll die Qualifizierung ab dem Schuljahr 2017/18 hessenweit möglich werden.

Zugang zur QSH ist nicht frei
Der VBE Hessen begrüßt die Qualifizierung vor Amtsübernahme zwar grundsätzlich, kritisiert jedoch deren formale und inhaltliche Ausgestaltung. Durch die derzeit geplante verpflichtende Teilnahme sehen wir Bewerberinnen und Bewerber aus anderen Bundesländern benachteiligt, da Art und Umfang von Anerkennungen “außerhessischer” Fortbildungen aus Sicht des VBE Hessen noch nicht ausreichend geklärt sind. Außerdem bereitet uns Sorge, dass der Zugang selbst für Interessenten aus Hessen nicht frei ist. Die Qualifizierung hat nämlich den Rang einer Fortbildung und über die Teilnahme entscheidet letztlich die oder der Vorgesetzte. Auf der inhaltlichen Ebene vermisst der VBE Hessen wichtige rechtliche Inhalte, die zur erfolgreichen Leitung einer Schule unabdingbar sind: So ist Schulrecht zwar vorgesehen, Dienst- und Personalvertretungsrecht scheinen aber zu kurz zu kommen.

Beteiligungsverfahren läuft noch
Ein weiterer Kritikpunkt: Die Anmeldung für die Qualifizierung läuft bereits – ungeachtet der Tatsache, dass das personalvertretungsrechtliche Beteiligungsverfahren derzeit noch nicht abgeschlossen ist. Ungeklärt ist beispielweise, welchen Stellenwert die Eignungsfeststellung am Ende der Qualifizierung hat und wie sie im Vergleich zur dienstlichen Beurteilung gewichtet wird. Auch stellt sich die Frage, was mit einer Lehrkraft geschieht, die sich vergeblich um einen Platz in der QSH bemüht hat, sich nun aber auf eine Position in der Schulleitung bewerben möchte. Bislang heißt es aus dem Kultusministerium lediglich, dass die QSH ab dem Schuljahr 2021/22 eine verbindliche Voraussetzung für die Bewerbung als Schulleiterin oder Schulleiter sein soll.

QSH endet mit Eignungsfeststellung
Die Qualifizierung ist berufsbegleitend und auf 12 Monate angelegt; es gibt 250 Plätze. Das erste der fünf Module hat „Kommunikation und Leitung“ zum Thema, mit unterrichtswirksamer Führung, Schulbudget, Schulrecht und Qualitätsentwicklung geht es weiter. Eine Prüfung zum Abschluss der Module gibt es nicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen ein Zertifikat. Anschließend können sie freiwillig ein 3-tägiges Assessment-Verfahren durchlaufen, das mit einer Feststellung der „Eignung“ endet. Ab dem Schuljahr 2021/22 soll diese Eignungsfeststellung dann Voraussetzung sein, damit sich Interessenten auf eine Stelle als Schulleiterin oder Schulleiter bewerben können.

(Stand: 21.09.2017)

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