Krumme Zahlen in der Bezügemitteilung

Krumme Zahlen in der Bezügemitteilung

Die aktuelle Bezügemitteilung ist in diesen Tagen bei den Lehrerinnen und Lehrern angekommen. Erfreulicherweise ist die Gehaltserhöhung vom 1. Juli nun auch sicht- und spürbar. Allerdings haben Lehrkräfte in Teilzeit mit Staunen feststellen müssen, dass die Personalsachbearbeiter in den Staatlichen Schulämtern die bisherige (feste) Stundenzahl nicht einfach übernommen, sondern diese stattdessen prozentual auf die neuen Pflichtstunden umgerechnet haben: So wurde einer Kollegin eine Unterrichtsverpflichtung von 21,5923 Stunden mitgeteilt. Sie hatte vor der Änderung der Pflichtstundenverordnung ihre Stundenverpflichtung von 27 auf 22 reduziert. Da sie nicht stellenanteilig (z.B. auf eine Zweidrittelstelle) reduziert hatte, sondern auf eine bestimmte Stundenzahl, wäre eigentlich nur der Nenner zu ändern gewesen (also von 22/27 auf 22/26,5). Die Unterrichtsverpflichtung hätte sich nicht ändern dürfen, die Kollegin hätte einfach etwas mehr Gehalt für ihre 22 Stunden bekommen.
Und genau das scheint der Grund zu sein, warum (offensichtlich hessenweit) bei den Lehrkräften in Teilzeit der bisherige Stellenanteil auf die neuen Pflichtstunden angewandt wurde, unabhängig von der Art des Teilzeitantrages.
Der VBE Hessen rät deshalb allen Kolleginnen und Kollegen in Teilzeit, ihre Bezügemitteilung unbedingt gründlich zu prüfen und gegebenenfalls schnellstmöglich ihren Teilzeitantrag zu erneuern – und zwar wie zuvor mit der „glatten“ Stundenzahl. Wir hoffen, dass diese Anträge aus Kulanz kurzfristig genehmigt werden (und nicht erst zum 1. August 2018).
Das mag das Land Hessen mehr Geld kosten – aber es steht den Lehrkräften zu. Davon abgesehen, ist die neue Berechnung eine Zumutung für die Schulen: Die Verantwortlichen dort verzweifeln bei der Erstellung der Stundenpläne angesichts der unmöglichen Bruchzahlen. Das kostet Zeit und Nerven. Und: An vielen Schulen fehlen ja noch Stunden. Deshalb sollte auch aus dienstlicher Sicht ein Interesse an einer korrekten Berechnung der Stunden und Bezüge bestehen.

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