Handschrift und Handy: Online-Umfrage von VBE und Schreibmotorik-Institut gestartet

Handschrift und Handy: Online-Umfrage von VBE und Schreibmotorik-Institut gestartet

Wir alle wissen: Das Erlernen der Handschrift wirkt sich positiv auf die Entwicklung der motorischen und geistigen Fähigkeiten von Kindern aus. Was wir handschriftlich notieren, können wir uns besser merken – und das gilt auch für den Unterrichtsstoff. Allerdings: Es gibt es keine neueren Erkenntnisse zum Handschrifterwerb, und auch der Einfluss des Einsatzes von Smartphone, Tablet & Co. auf den Handschrifterwerb und die Dualität beider Methoden im Unterrichtseinsatz ist nicht erforscht.

Das soll sich nun ändern: Das Schreibmotorik Institut führt gemeinsam mit dem VBE als exklusivem Kooperationspartner die Umfrage STEP 2019 durch, kurz für: „Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben“. Dafür wurde im September eine Umfrage unter Lehrkräften gestartet, die bis Januar 2019 läuft. Auch der VBE Hessen beteiligt sich an der Studie und ruft deshalb seine Mitglieder zur Teilnahme auf: „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich möglichst viele Kolleginnen und Kollegen aller Schulformen einige Minuten Zeit für diese Umfrage nehmen, damit wir ein repräsentatives Bild aus den Schulen gewinnen!“, sagt Stefan Wesselmann.
Die Studie möchte Antworten auf Fragen finden wie: Welche Probleme gibt es mit dem Handschreiben? Woher kommen sie? Wie lassen sie sich in der Praxis lösen? Denn es ist unklar, wie viele Schülerinnen und Schüler derzeit Schwierigkeiten haben, eine „gut lesbare, flüssige Handschrift“ zu entwickeln, wie es in den Bildungsstandards vorgegeben ist. Die Umfrage soll eine Datengrundlage liefern, die hilft, politischen Druck aufzubauen – damit Kitas und Schulen mehr Ressourcen zur Förderung erhalten.

Für den VBE ist Handschreiben nicht etwa eine überholte Kulturtechnik, stellt der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann klar: „Dass sich das Schreiben mit der Hand positiv auf die Entwicklung der motorischen und geistigen Fähigkeiten eines Kindes auswirkt, belegen Studien. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung voran und macht auch vor Schule nicht halt. Wir sind überzeugt, dass der Einsatz digitaler Endgeräte im Unterricht im Methoden-Mix ein sinnvolles Mittel sein kann. Deshalb wollen wir das Handschreiben auch nicht dagegen ausspielen. Es darf nicht um ein ‚entweder-oder‘, sondern es muss ein ‚sowohl-als-auch‘ geben.“ Dr. Marianela Diaz Meyer, Geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts, betont eine weitere Bedeutung des Handschreibens: „Es geht dabei auch um Bildungschancen. Neurowissenschaftler weisen darauf hin, dass bei Kindern die motorische und die kognitive Entwicklung zusammenhängen. Wissenschaftliche Tests belegen, dass mit wenig Aufwand durch spielerische Übungen sich die schreibmotorischen Fähigkeiten der Kinder schnell verbessern lassen. Allerdings benötigen die ohnehin schon stark belasteten Kitas und Schulen dafür Unterstützung. Ich appelliere daher an Lehrkräfte aller Schulformen, an der Umfrage teilzunehmen, um die Probleme öffentlich zu machen.“

Hier können Sie an der Umfrage teilnehmen: https://media.4teachers.de/step2019/

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