Dienstliche E-Mail-Adressen: Neuigkeiten aus dem HKM

Dienstliche E-Mail-Adressen: Neuigkeiten aus dem HKM

(05.07.2021) Die Leihgeräte für Lehrkräfte sind noch nicht an allen Schulen angekommen, trotzdem bleibt das Hessische Kultusministerium (HKM) bei der verbindlichen Einführung der dienstlichen E-Mail-Adressen zum 1. August 2021.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die Nutzerunfreundlichkeit und die Verwendung von Rufnamen in den dienstlichen E-Mail-Adressen haben in den vergangenen Monaten für einige Aufregung in den Kollegien gesorgt. Nun kamen diese Themen erneut im Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL) am Kultusministerium zur Sprache.

Auf der Sitzung am 1. Juli 2021 stellte das Kultusministerium klar, dass niemand dazu verpflichtet ist, für die Authentifizierung ein zweites, privates Gerät zu nutzen. Diese sei (technisch) auch über ein dienstliches Gerät möglich. Dazu könnten die in der Schule bereits vorhandenen PCs genutzt werden, ebenso die Leihgeräte, die für den Distanzunterricht angeschafft wurden. Allerdings werde damit das Prinzip der sicheren Zwei-Faktor-Authentifizierung ad absurdum geführt. Außerdem muss zu diesem Zweck erst eine entsprechende App auf den Geräten installiert werden. Der HPRLL hat deshalb die Vertreter/innen des HKM aufgefordert, dies an die Schulträger weiterzugeben.

Zur Frage, ob sich die verwendeten Namen in den dienstlichen E-Mail-Adressen ändern lassen, gibt es folgende neue Auskünfte: Eine manuelle Änderung durch das HKM ist aufgrund der Menge an E-Mail-Konten nicht möglich. Es bleibt also vorläufig dabei, dass im Falle mehrerer Vornamen der Rufname verwendet wird. Allerdings arbeitet das Kultusministerium nun doch daran, „individuellen Wünschen unbürokratisch Rechnung zu tragen“ und prüft aktuell die technischen Optionen.

Ein wunder Punkt ist ferner die mangelnde Nutzerfreundlichkeit der dienstlichen E-Mail-Konten. Denn diese bleiben, anders als gängige E-Mail-Programme, nicht lange offen. Wer also nicht nur einmal am Tag pflichtbewusst den Posteingang checken möchte, sondern wie z. B. Schulleiter/innen das E-Mail-Programm kontinuierlich für die Arbeit nutzt, muss sich mehrmals am Tag einloggen (und das idealerweise per Zwei-Faktor-Authentifizierung).

Außerdem ist es nicht möglich, das Adressbuch aus anderen E-Mail-Konten zu importieren, alles muss händisch eingegeben werden. Der VBE Hessen kritisierte diese Punkte im HPRLL als „absolut untauglich für den Schulalltag“ und forderte das Kultusministerium auf, die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Foto: unsplash

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