Der VBE trauert um Sigrid-Inge Slabon

Der VBE trauert um Sigrid-Inge Slabon

Nachruf des VBE-Landesvorsitzenden auf der Beerdigung von Sigrid-Inge Slabon am 16. Februar 2018 in Gundernhausen:

Liebe Familie Slabon,
liebe Verwandte, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Weggefährten von Inge Slabon,

vor gut 190 Jahren schrieb der deutsche Gelehrte und Staatsmann Wilhelm von Humboldt an eine Freundin:
„Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben, und je tiefer eingehend sie sind, desto mehr fühlt man, worin doch zuletzt der eigentliche Genuß steckt, die Individualität.“

Im Laufe eines Lebens sind es unzählige Verbindungen mit Menschen: in der Familie, in der Nachbarschaft, in Vereinen, Schule, Studium und Beruf. Bei Inge Slabon kamen noch hinzu ihre Partei, ihre politischen Gremien und – nicht zuletzt – ihre Gewerkschaft.

Als Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Hessen darf ich an das umfassende gewerkschaftliche Engagement von Sigrid-Inge Slabon erinnern. Hier sprechen allein die Daten für sich (wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann: eine typische VBE-Karriere):

Sie trat 1977, also vor gut 40 Jahren (!) in den VBE ein. Schon zwei Jahre später, 1979, wurde sie Vorsitzende des VBE Darmstadt-Dieburg. Dieses Amt bekleidete sie 26 Jahre lang bis 2005.

Von 1988 bis zur Auflösung der Bezirksverbände im Jahre 1996 war sie stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbandes Darmstadt (Südhessen). Im selben Zeitraum vertrat sie für den VBE die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer im Bezirkspersonalrat am Regierungspräsidium Darmstadt.

Von 1988 bis 2001 war sie im VBE Hessen die Fachsprecherin Grundschulpädagogik, bis zu ihrer Ernennung als Schulamtsdirektorin war sie Sprecherin der Fachgruppe Schulleiter, danach bis 2008 Sprecherin der Schulamtsdirektorinnen und -direktoren im VBE Hessen.

Sie hat uns bis zuletzt die Treue gehalten. Im Mai 2017 hat sie noch an der Landesvertreterversammlung des VBE Hessen teilgenommen, im Januar 2018 an der Vorstandssitzung ihres Regionalverbandes Darmstadt-Dieburg. Es war eigentlich alles wie immer. Außergewöhnlich war vielleicht, dass sie nicht mit Mann und Wohnmobil auf Reisen war.

Dieser langjährige, treue Einsatz für eine bessere Schule, für die Belange der Kolleginnen und Kollegen, für ihre Gewerkschaft verdient alleine schon großen Respekt.

Aber das alleine ist es nicht, was Inge Slabon ausmachte.

„Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben, und je tiefer eingehend sie sind, desto mehr fühlt man, worin doch zuletzt der eigentliche Genuß steckt, die Individualität.“

Liebe Inge,

uns trennen gut drei Jahrzehnte Lebenserfahrung. Als ich im VBE aktiv wurde, standst Du kurz vor der Pensionierung. Du hattest Deinen Weg gemacht. Du musstest Dich nicht mehr verbiegen. Du konntest sagen, was Du denkst. Auch, wenn es für manchen unbequem war. Ich bin Dir dankbar für Dein Vertrauen, Deine Loyalität, Deine positiven Rückmeldungen und jede gesellige Runde bei einem guten Weißwein. Dein Engagement und Deine Individualität sind mir Beispiel und Vorbild.

Nun müssen wir leider – und für mich sehr plötzlich – voneinander Abschied nehmen. Und was ich Dir wünsche, kann kaum etwas besser ausdrücken als ein irischer Segenswunsch:

Möge die Straße dir entgegeneilen,
möge der Wind immer in deinem Rücken sein. Möge die Sonne warm auf dein Gesicht scheinen Und der Regen sanft auf deine Felder fallen. Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.

Danke für alles, liebe Inge.

Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des VBE Hessen

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