VBE-Landeschef Deckert kritisiert geplanten Abbau im Lehrerbildungsbereich scharf -
Sparvorhaben fiskalisch bedingt und sachlich falsch - Milchmädchenrechnung beim
Einsparvolumen kritisiert – Umgang mit Ausbildern kritisiert
„Falsch, unangemessen und wenig innovativ!“ So kommentierte der hessische VBE-Landesvorsitzende
Helmut Deckert die beabsichtigten Kürzungen der Koalition im Lehreausbildungsbereich. „Kürzen und
streichen – das sind offensichtlich die Kennzeichen dieser Koalition“, monierte der VBE-Chef und führte
weiter aus:
„Wer am Staatsexamen festhält – was der VBE begrüßt hatte – der muss auch wissen, dass er ein
Ausbildungsmonopol besitzt. Da zunehmend mehr Bundesländer auf Bachelor- und Masterausbildung
umstellen, verstärkt sich der Druck auf Hessen, seine Lehramtsstudenten auch fertig auszubilden. Da
helfen keine juristischen Winkelzüge, wie viel Wartezeit zuzumuten oder legal ist. Fakt ist, dass damit
jungen Uni-Absolventen bis zu eineinhalb Jahren Wartezeit zugemutet wird - und das zumeist auch
noch in der Zeit der Familienbildung.“ Wenig verständlich sei auch unter dem Blickwinkel der Qualität,
dass immer noch Quereinsteiger ohne pädagogische Ausbildung angeworben und eingestellt würden.
Die Kürzungen seien auch unangemessen und offensichtlich rein fiskalisch bedingt, wenn man die
willkürliche Setzung von 2x 500 Stellen sehe. Da könne von konkreter Bedarfsberechnung wohl kaum
die Rede sein. – so der VBE-Chef. Er wies auch darauf hin, dass 1000 LiV-Stellen (Referendarsstellen)
auch rund 8000 – 10.000 wegfallende Unterrichtsstunden je Halbjahr bedeuteten. „Da wird die
Milchmädchenrechnung deutlich, denn diese Stunden müssen mit hauptamtlichen Lehrkräften
abgedeckt werden. So kommt man“, betonte Deckert, „dem Ziel einer 105 %igen Abdeckung gewiss
nicht näher, es sei denn, man plant eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen an den
Schulen während der Ausbildung.“
Wenig motivierend im Bereich der Studienseminare sei auch, dass jetzt klar würde, dass man zwar
unter dem Druck der Öffentlichkeit die Standorte erhalten wolle, aber die Besetzung ausdünne. 150
wegfallende Ausbilderstellen bedeuteten auch 150 Einzelschicksale. „Der Hinweis“, so Deckert, „auf
mögliche Chancen dieser Ausbilder, sich auf Schulfunktionsstellen zu bewerben, ist irreführend. „Nicht
jeder gute Ausbilder ist auch automatisch ein guter Schulleiter oder Inhaber einer anderen
Funktionsstelle. Schließlich sind diese Pädagogen mit Bedacht in die Ausbildung gegangen.“ Im Übrigen
brauche man für guten Unterricht auch gut ausgebildete Lehrkräfte. Wer nur punktgenau
bedarfsgerecht ausbilde, beraube sich der Möglichkeit einer qualitativen Auswahl. Da könnten dann die
Schulen so selbständig sein wie sie wollten ...
Information: Das Hessische Kultusministerium will 32 Millionen einsparen, indem es in zwei Schritten
1000 Ausbildungsstellen im Schulbereich mit zusätzlich 150 Ausbilderstellen einsparen will.